Südzucker

Aufsichtsrat berät über Schließungen


Der Südzucker-Aufsichtsrat berät am heutigen Montag über die Schließung der beiden Zuckerfabriken Warburg und Brottewitz. Rübenlandwirte schlagen vor der Mannheimer Unternehmenszentrale Alarm.

Vor der Mannheimer Südzucker-Zentrale demonstrieren Mitarbeiter und Landwirte gegen die geplanten Einschnitte. Bis Montagmittag werden rund 500 Menschen erwartet, darunter Beschäftigte der bedrohten Fabriken in Warburg (NRW) und Brottewitz (Brandenburg). Der Mannheimer Betriebsratschef Ronny Schreiber warf dem Management eine „fantasielose Strategie“ vor. „Reflexmäßig Werke zu schließen, ist totaler Quatsch2; berichtet der Mannheimer Morgen.

Auch in Sachsen ist der Protest gegen die geplante Schließung des Südzucker-Werkes Brottewitz in Brandenburg, zu dem die ostdeutschen Rübenlandwirte liefern groß. „Die geplante Schließung der Zuckerfabrik Brottewitz ist ein Vertrauensbruch gegenüber den Landwirten", kritisiert Gerhard Förster,  Vizepräsident des Sächsischen Bauernverband. Er fordert die Konzernführung der Südzucker AG auf, von der geplanten Schließung der Zuckerfabrik Bottewitz (Brandenburg) abzurücken. Ein solcher Schritt hätte enorme Auswirkungen für viele sächsische Zuckerrübenerzeuger, die bisher nach Brottewitz liefern. Eine Belieferung des nächsten Südzucker-Werkes in Zeitz wäre mit hohen Transportkosten verbunden und somit unwirtschaftlich. Mit dem Aus für den Zuckerrübenanbau vor allem in den östlichen und nördlichen Landesteilen Sachsens würden die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe neben einer ökonomisch interessanten Feldfrucht auch eine pflanzenbaulich bedeutende Anbaukultur verlieren, die Bestandteil nachhaltiger Fruchtfolgen ist. Der überwiegende Teil der 350 Landwirte, die auf Basis von Lieferrechten Zuckerrüben für die Verarbeitung in Brottewitz anbauen, wirtschaftet in Sachsen. Dienstleistungs- und Transportunternehmen wären ebenfalls betroffen.

Auch für den plötzlichen Wechsel der Unternehmensstrategie hat Förster kein Verständnis. Die angekündigte Reduzierung der Zuckerproduktion im Konzern um 700.000 t werde an den Marktverhältnissen nichts ändern. „Die Entscheidung zur Schließung des Standortes Brottewitz ist nach nur einem wirtschaftlich schwachen Jahr viel zu früh gefallen“, lautet seine Einschätzung.

„Die Rübenanbauer im Einzugsbereich der Zuckerfabrik Brottewitz erwarten vom Vorstand und vom Aufsichtsrat der Südzucker AG, dass die beabsichtigte Schließung des Werkes noch einmal überdacht wird", betont SLB-Vizepräsident Förster.

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