Zukunft der Landwirtschaft

Wissenschaftlerin plädiert für globalen Agrarvertrag

Für die Präsidentin der niederländischen Universität Wageningen, Louise O. Fresco, hat die Wissenschaft als alleinige Richtschnur für die Zukunft der Landwirtschaft ausgedient.
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Für die Präsidentin der niederländischen Universität Wageningen, Louise O. Fresco, hat die Wissenschaft als alleinige Richtschnur für die Zukunft der Landwirtschaft ausgedient.

Da die Forschung keine Leitungsfunktion mehr habe, müsse ein Vertrag her. Die Präsidentin der niederländischen Universität Wageningen schlägt ein globales Agrarabkommen für das 21. Jahrhundert vor.

Auf dem 18. Forum for the Future auf Agriculture (FFA) geht der Blick in die Zukunft. Die Landwirtschaft muss mehr Menschen ernähren und dabei soll sie noch die Ressourcen schonen. Ein weltweit abgeschlossener Agrarvertrag, vergleichbar mit dem Klimaabkommen von Paris, soll weiterhelfen.

Die Wissenschaft habe als alleinige Richtschnur ausgedient, erklärte Louise O. Fresco auf dem FFA in dieser Woche in Brüssel. Die Präsidentin der niederländischen Universität Wageningen führte Glyphosat und gentechnisch veränderte Organismen als Beispiel an. Die Wissenschaft sehe keine Risiken, aber die Bevölkerung in der EU habe dennoch ein Mistrauen. Allerdings hätten auch die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln Fehler gemacht. Sie hätten auf Langzeitstudien verzichtet und damit die Akzeptanz von Pflanzenschutzmitteln verschlechtert, führte die niederländische Professorin aus.

Weil die Wissenschaft keine Leitungsfunktion mehr habe, müsse ein politischer Vertrag die Zukunft der weltweiten Landwirtschaft klären. Ein internationaler Vertrag, vergleichbar mit den Klimaabkommen von Paris, sollte die Rahmenbedingungen für die Zukunft der Landwirtschaft abstecken. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sollte dabei als Sekretariat dienen. Der politische Schwung und die Verpflichtungen könnten nur von den einzelnen Ländern kommen, so wie im Klimaabkommen. Bei den Einzelheiten des Vertrages blieb O Fresco vage. Es müsse um die richtige Mischung von großen und keinen Betrieben gehen, führte sie aus. Die Großen seien für den Export und die Ernährung die Welt zuständig, die kleinen für den Erhalt der Landschaft. Politiker müssten entscheiden, auf welche chemischen Betriebsmittel sie verzichten und welche Mindererträge sie dafür akzeptierten.    

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