Zukunftsdialog 2018

Fleisch vom "Bruderhahn" will Kükentöten vermeiden

Annalina Behrens, Marleen Benkwitz, Lisa Hiddemann (v.l.n.r.) und vorne Leonie Behrens freuen sich über die Auszeichnung im Rahmen des Ideenwettbewerbes.
Foto: Felix Holland
Annalina Behrens, Marleen Benkwitz, Lisa Hiddemann (v.l.n.r.) und vorne Leonie Behrens freuen sich über die Auszeichnung im Rahmen des Ideenwettbewerbes.

Annalina und Leonie Behrens, Lisa Hiddemann und Marleen Benkwitz siegen im Ideenwettbewerb Agrar & Ernährung 2018. Ihr "haehnlein" soll neben der Fleischtheke bald auch die Gastronomie erobern.

Annalina und Leonie Behrens sowie Lisa Hiddemann und Marleen Benkwitz sind die Preisträgerinnen des Ideenwettbewerb Agrar & Ernährung 2018. Mit Blick auf Nachhaltigkeit und Tierwohl haben sie ein betriebswirtschaftliches Konzept von der Aufzucht, Verarbeitung, Verpackung bis zur Vermarktung entwickelt, dass das Töten männlicher Küken obsolet macht.


Die Bruderhähne von Legehennen werden nach Öko-Kriterien vom Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof in Mecklenburg-Vorpommern aufgezogen und das Fleisch anschließend über den Einzel- und Naturkosthandel unter der Marke „haehnlein“ vermarktet. Ein Ende der Quersubventionierung durch höhere Preise für „haehnlein“-Eier haben sie klar im Blick. Nach Qualitätsmanagement und Markenführung wollen sie jetzt weitere Marktsegmente wie den Convenience-Bereich erschließen. Dafür haben sie Fertiggerichte mit Bruderhahnfleisch entwickelt, weitere Produkte wie eine Mini-Salami als Power-Snack sind in Planung. Mit ihrem Konzept wollen die Preisträgerinnen ein Umdenken im Handel und bei den Verbrauchern erreichen, dass Tierwohl und Wertschöpfung sich nicht ausschließen.

Zukunftsdialog

Gesellschaftliches Thema aufgegriffen

Die Jury, die sich aus namhaften Experten der Agrar- und Ernährungsbranche zusammensetzt, hat vor allem die konsequente Umsetzung des haehnlein-Konzeptes überzeugt und dass die Preisträgerinnen eine Lösung für ein gesellschaftlich umstrittenes Thema wie das Kükentöten gefunden und weiterentwickelt haben. Damit setzen sie ein Zeichen für eine nachhaltige Erzeugung und zukunftsgerichtete Vermarktung, die sich an den Verbraucherwünschen orientiert und zugleich marktfähig ist. Die Preisübergabe fand im Rahmen des Zukunftsdialogs Agrar & Ernährung in Berlin statt.

25.000 € für gute Ideen

Der Ideenwettbewerb Agrar & Ernährung 2018 wurde von agrarzeitung (dfv Mediengruppe), BASF, Die ZEIT und Rabobank ausgelobt. Ziel des Ideenwettbewerbs ist es, neue Projektideen, Unternehmensgründungen und innovative Konzepte zu fördern, die Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen geben, die Akzeptanz der Branche fördern und Strahlkraft in die Gesellschaft hinein entwickeln. Viele Fragen sind noch ungelöst, deshalb haben die agrarzeitung, BASF und DIE Zeit diesen Ideenwettbewerb initiiert. Er wurde 2017 zum ersten Mal vergeben.

Bewerben können sich alle Vertreter der Agrar- und Ernährungswirtschaft vom Landwirt, Mitarbeiter aus Handel und Industrie, NGO’s, Verbraucher, Studierende und Wissenschaftler. Die vielversprechendste Idee wird mit einem Preisgeld von 25.000 € zur Projektförderung ausgezeichnet.

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