Zukunftsdialog 2018

Politik muss mutiger werden

"Wie geht es weiter mit der Kreislaufwirtschaft?", fragen sich Dr. Barbara Amon vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie, DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp, Dr. Alfred Petri (Evonik) und Professor Matin Quaim von der Universität Göttingen (v.l.n.r.), moderiert von Angela Werner, Chefredakteurin der agrarzeitung.
Foto: Phil Dera für DIE ZEIT
"Wie geht es weiter mit der Kreislaufwirtschaft?", fragen sich Dr. Barbara Amon vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie, DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp, Dr. Alfred Petri (Evonik) und Professor Matin Quaim von der Universität Göttingen (v.l.n.r.), moderiert von Angela Werner, Chefredakteurin der agrarzeitung.

Nährstoffströme in der Landwirtschaft führen zu Ungleichgewichten. Technische Lösungen sollten breiter eingesetzt und weiter entwickelt werden.

Auch die Landwirtschaft ist arbeitsteilig organisiert und zu großen Teilen von der Umwelt entkoppelt, hieß es auf dem Podium "Kreislaufwirtschaft als Leitbild für die Agrarpolitik" auf dem Zukunftsdialog 2018 in Berlin. Dies schaffe Vorteile, gleichzeitig jedoch auch Probleme wie lokale oder regionale Nährstoffüberschüsse. Die zur Verfügung stehenden Lösungen wie Fütterungskonzepte oder technische Aufbereitung von Gülle stehen bereits zur Verfügung, müssen jedoch noch breiter zur Anwendnung kommen.

In Dänemark sei es beispielsweise gelungen, für die Erzeugung von Schweinen in einer Größenordnung von 600 Prozent der Eigenversorgung eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen, sagte Dr. Alfred Petri, Tiernahrungsexperte der Evonik Industries. Grundlage dafür seien zentrale Empfehlungen stattlicher Gremien zur Futtergestaltung und sowie Empfehlungen zur Gülleaufbereitung und -verwertung, führte Petri aus. Er plädiert für Anreizsysteme statt Verboten. Mit der Nutzung sinnvoller Konzepte bestehe keine Notwendigkeit, Tierbestände zu begrenzen. Alles was nicht in den Prozess der Fütterung eingebracht werde, müsse auch nicht beseitigt werden. 




Auch die Agrarökologin Dr. Barbara Amon zeigt sich optimistisch, Lösungen für die bestehenden Herausforderungen zu entwickeln. "Wir stehen an der Schwelle einer Vielzahl neuer Möglichkeiten" sagte sie. Auch der Agrarökonom Prof. Matin Quaim plädierte für die Nutzung technischer Möglichkeiten. Quaim appellierte an die Politik, im Sinne der Entwicklung wirklich nachhaltiger Konzepte auch Mut zu zeigen. Als Beispiel dafür nannte er neue Techniken in der Pflanzenzucht. Diese könnten jenseits ideologischer Bedenken tatsächlich große Fortschritte angesichts steigender globale Herausforderungen bringen. 

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