Zulassung

Kupfer soll erlaubt bleiben

Gegen Kraut- und Knollenfäule sind im Ökolandbau Pflanzenschutzmittel mit Kupferhydroxid zugelassen.
JKI
Gegen Kraut- und Knollenfäule sind im Ökolandbau Pflanzenschutzmittel mit Kupferhydroxid zugelassen.

Die EU-Zulassung für Kupferverbindungen endet am 31. Januar 2019. Deutschland will einer weiteren Genehmigung von kupferhaltigen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen zustimmen.

Kupferhaltige Präparate werden seit langer Zeit als Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten eingesetzt. Das ist vor allem für den ökologischen Landbau von Bedeutung. Der derzeitige Zulassungszeitraum für Kupferverbindungen endet auf europäischer Ebene am 31. Januar 2019. Deutschland steht dem Einsatz weiterhin positiv gegenüber. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Die Regierung will einer weiteren Genehmigung von kupferhaltigen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen auf EU-Ebene zustimmen. Gleichzeitig müsse mithilfe von Praxisversuchen und Forschungsprojekten versucht werden, die Menge an Kupfer im Pflanzenschutz zu reduzieren, heißt es weiter.

Flächenmäßig ist die Anwendung im ökologischen Kartoffelbau gegen die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) von großer Bedeutung. Hier werden etwa 2 kg Kupfer pro Hektar und Jahr angewendet. 

Kein Unterschied zwischen konventionell und Öko

Das Julius Kühn-Institut (JKI) hat von 2009 bis 2014 eine Erhebung zu den Kupfermengen im Boden unter den Sonderkulturen Obst, Wein und Hopfen durchgeführt. Unabhängig von der Kultur zeigen sich nach Auswertungen durch das JKI im Schnitt hinsichtlich der Belastung keine signifikanten Unterschiede zwischen der konventionellen und ökologischen Bewirtschaftung. Die Tabelle zeigt allerdings deutliche Unterschiede. Die Belastung der Ökoflächen resultiert dabei nach Auffassung des JKI aus der konventionellen Vergangenheit der Flächen.

Ökologischen Flächen zeigen eine höhere Belastung.
Drucksache Deutscher Bundestag
Ökologischen Flächen zeigen eine höhere Belastung.

Nach Einschätzung der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat der Einsatz von Kupferpräparaten in der Landwirtschaft negative ökotoxikologische Auswirkungen. In Deutschland wird eine Kupferminimierungsstrategie verfolgt, die maximal 3 kg pro Hektar und Jahr für alle Kulturen erlaubt. Nur für Hopfen gilt eine Ausnahme von 4 kg pro Hektar und Jahr. Nach Einschätzung der Behörden sollen für den ökologischen Landbau zurzeit keine Alternativen zur Verfügung stehen.
Gegen Kraut- und Knollenfäule
Kupferhaltige Pflanzenschutzmittel werden seit etwa 150 Jahren
in Deutschland gegen Pflanzenkrankheiten wie den Falschen Mehltau an Weinrebe und Hopfen oder die Kraut- und Knollenfäule an der Kartoffel sowie Schorf an Apfel angewendet.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Dr. Gerhard Schilling
    Erstellt 3. Januar 2019 17:39 | Permanent-Link

    Es wäre schon interessant zu wissen, warum die Kupfergehalte in ökologischen Flächen absolut, wenn auch nicht signifiikant, höher sind, als auf konventionellen. Warum die höhere Belastung der Ökoflächen auf der konventionellen Vergangenheit der Flächen beruhen soll, erschließt sich auch dem fachkundigen Leser nicht unbedingt. Es wäre auch interessant zu wissen, wie sich die Kupfergehalte nach dem für Ökobetriebe sicherlich nicht zwingend günstigem Jahr 2016 verhalten haben. Da wurden auch mit staatlichem Segen Aufwandmengen deutlich über den genannten Werten gefahren. Nach der Lektüre des Artikels bleibt ein "Geschmäckle".

  2. Michael Reischl
    Erstellt 5. Januar 2019 10:07 | Permanent-Link

    Die EFSA stuft solche Präperate als gefährlich ein und nur wegen Bio wird es zugelassen? Wo bleibt hier die sachliche Diskusion?

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