Analyse

Rabobank sieht Wachstum im Ökomarkt

So nannten die Experten aus den Niederlanden die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate im Zeitraum 2015 bis 2020 für Westeuropa von 6,7 Prozent. Für die Vereinigten Staaten wird sogar ein Plus von 7,6 Prozent erwartet. Demnach würde der Umsatz von Ökoprodukten etwa drei Mal so stark wachsen wie voraussichtlich die Erlöse mit Lebensmitteln insgesamt, so Sebastiaan Schreijen, Analyst für Nahrungsmittel und Konsumgüter bei der Rabobank.

Wie die Rabobank weiter ausführt, kaufen Konsumenten Bioprodukte vor allem deshalb, weil sie diese für gesünder als konventionelle Ware halten. Das habe die Auswertung von acht internationalen Untersuchungen ergeben. Weitere Kaufargumente seien der Umweltschutz, der bessere Geschmack, der geringere Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, mehr Tierschutz sowie der Wunsch nach natürlichen und unverarbeiteten Lebensmitteln.

Allerdings seien einige Kaufargumente bei Experten umstritten, stellt die Rabobank fest. Außerdem sei den Verbrauchern häufig nicht klar, dass im biologischen Anbau mitunter schädliche pflanzenbasierte Pflanzenschutzmittel eingesetzt würden. Darüber hinaus wüssten sie wahrscheinlich auch nicht, dass hier die Erträge geringer seien als in der konventionellen Erzeugung. Deshalb schätzten die Konsumenten die Bedeutung der Bioproduktion für die Lösung globaler Ernährungsprobleme wahrscheinlich häufig als zu hoch ein. Indes würden die dem Ökolandbau zugeschriebenen positiven Umweltwirkungen auch von Fachleuten weitgehend anerkannt. (mrs)
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