Nach der Wahl des neuen Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV) melden sich zahlreiche Gratulanten zu Wort. Die meisten sind ihm wohl gesonnen, doch es gibt auch kritische Stimmen.

„Mit Joachim Rukwied kommt erneut ein erfahrener Landwirt mit eigenem Betrieb an die Spitze des Deutschen Bauernverbandes.“ Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner ist sich sicher, dass Rukwied "die deutschen Bäuerinnen und Bauern in den nächsten Jahren mit Leidenschaft und Erfolg vertreten wird“.

Auch der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, wünscht dem frisch gewählten Präsidenten eine „glückliche Hand für die Führung des DBV“ und zählt die zahlreichen anstehenden Aufgaben auf: „die Lösung zentraler gesellschaftlicher Fragen wie dem Klimawandel, die globale Sicherung der Ernährungssouveränität bei begrenzten Ressourcen, konkrete Herausforderungen im Tierschutz oder die Reform der Europäischen Agrarpolitik.“

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, wirft dem neuen DBV-Präsidenten gleich „altbackenen Machbarkeitswahn“ vor: „Herr Rukwied schlägt einen Tenor an, der alles, was sich an den sozialen und ökologischen Anforderungen unserer Gesellschaft orientiert, als marktfeindliche Romantik bezeichnet. Dagegen malt er das Bild der rationalen Ökonomie, die auf globale Exportmärkte, Effizienz und auf Technik setzt.“

Auch der NABU fordert Rukwied zu einer Kurskorrektur auf, besonders in Bezug auf die europäische Agrarpolitik: "Durch den Bauernverband muss jetzt ein Ruck gehen, hin zu mehr Offenheit für Naturschutz und Nachhaltigkeit.“ (hed)
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