Agrarhandel

Übernahme im Norden steht bevor


Einige Standorte könnten bei der Getreide AG verbleiben, um eine Ablehnung der Übernahme zu vermeiden.
-- , Foto: Agravis
Einige Standorte könnten bei der Getreide AG verbleiben, um eine Ablehnung der Übernahme zu vermeiden.

Das lange Warten hat wahrscheinlich bald ein Ende. Die seit vergangenem Herbst angekündigte Übernahme des Agrarhandelsgeschäftes der Getreide AG, Rendsburg, durch die Dava Agravis Germany Holding GmbH, dürfte in Kürze klappen. Eigentlich hatten die Beteiligten schon zum Februar 2015 damit gerechnet, dass das Kartellamt zustimmt. Doch die Bonner Wettbewerbshüter haben im Hauptprüfverfahren der Übernahme durch die Dava Agravis Germany zunächst eine Fristverlängerung bis 20. Mai 2015 eingeräumt. Nun steht eine Entscheidung bevor.

Nach Informationen von agrarzeitung.de könnte es allerdings an einigen Standorten beispielsweise in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu einer starken Präsenz von Beteiligten kommen. Eine Herausnahme von Standorten, die zunächst bei der Getreide AG verbleiben dürften, wird immer wahrscheinlicher, um den Deal nicht zu gefährden.

Der ursprünglich geplante Verkauf an die Dava Agravis umfasste elf Gesellschaften der Getreide AG mit mehr als 70 Standorten, die sich vorwiegend in Schleswig-Holstein, Mecklenburg- Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen befinden. Der Verkauf umfasst das Landhandelsgeschäft inklusive der Mischfutter- und Saatgutaktivitäten, Dünge- und Pffanzenschutzläger. Das gesamte Umsatzvolumen beträgt rund 1 Mrd. €.

Mit dem Verkauf der Landhandelssparte will die Getreide AG die Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe und die Produktion von Lebensmitteln an den Standorten Rostock, Hamburg, Erfurt und Wurzen in den Mittelpunkt stellen. Gleichzeitig wird die Beladung von Panmax Schiffen an den Tiefwasserplätzen und der internationale Handel mit Getreide an Bedeutung für den Konzern gewinnen. Nun könnten Umstrukturierungen möglich sein, da wieder einige größere und kleinere Standorte des Landhandelsgeschäftes zunächst im Unternehmen verbleiben könnten.

Das Joint Venture Dava Agravis International Holding A/S ist 2012 zwischen den dänischen Unternehmen Danish Agro und Vestjyllands Andel (Dava) und der Agravis gegründet worden. Die Dänen halten 75 Prozent und Agravis 25 Prozent der Anteile. Die Hauptversammlung der Agravis AG findet am kommenden Dienstag, 12. Mai 2015, in Hamburg statt. (da)
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