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Roastbeef und Rinderfilet türmen sich in den Gefrierschränken der Köthener Fleisch- und Wurstwaren GmbH (Sachsen-Anhalt), Rindsrouladen sind dagegen ausverkauft. Die Rinder würden nun mal am Stück geschlachtet, Bedarf gebe es aber nur für Roulade, sagte der Geschäftsführer, Wolfgang Sack, der Mitteldeutschen Zeitung. Der Betrieb verzeichne seit Beginn der BSE-Krise Umsatzrückgänge bis zu 20 Prozent und könne Entlassungen nicht ausschließen. Um die aber vorerst zu vermeiden, arbeite man in der Produktion nur noch vier statt fünf Tage. Der verbleibende Tag werde als eine Art Arbeitsstundenkonto für "bessere Zeiten" geführt. Im Verkauf sei dieses Modell freilich nicht möglich. Die GmbH beschäftigt 170 Leute, davon sind 100 im Verkauf tätig. Von den 23 Filialen liegt ein Großteil im Landkreis Köthen, drei sind allein in Dessau. Sack begrüßt die neuen Festlegungen zum Verbraucherschutz, bezweifelt aber, "dass ein 80-Millionen-Volk mit Einzeltierhaltung ernährt werden kann". Man tue alles, um das Vertrauen der Verbraucher wieder zu gewinnen. So werde zum Beispiel auf die eindeutige Herkunft des Fleisches geachtet und kein deutsches Darmmaterial mehr eingesetzt. Die Därme beziehe man aus Südamerika, China und Neuseeland. (Bm)
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