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In ganz Süddeutschland und besonders in Bayern bestimmt Spekulation das Geschäft mit Weizen. Die Erzeugerpreise erreichen neue Höchststände, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Am süddeutschen Weizenmarkt wird zwar hier und da von einer möglichen Korrektur der Preise nach unten gesprochen. Davon ist im Tagesgeschäft bislang aber nur wenig zu spüren. So legt ein maßgebliches bayerisches Handelshaus in Unterfranken wahre Spitzenpreise für A-Weizen mit 14 Prozent Protein auf der Erzeugerstufe an. "Diese Qualitäten lassen sich in größeren Partien problemlos für 152,50 €/t, vereinzelt sogar bis 155,00 €/t frei Hafenlager verkaufen", versichern mehrere Landwirte im Großraum Würzburg. Gleichzeitig hat man am Wochenende - wohl aus "optischen Gründen" - die Weizennotierungen an der regionalen Produktenbörse zurückgenommen. "Da passt etwas nicht zusammen", tadelt ein privater Landhändler.

Eine wirklich überzeugende Erklärung für diese Vorgänge bietet der Markt derzeit nicht, meint ein südbayerischer Getreidehändler. Verstärkt stellt sich die Frage, wo denn der gesamte Weizen - unabhängig von der Qualität - tatsächlich geblieben ist. Schließlich soll die bayerische Weizenernte 2006, nach Informationen des Landesamtes für Statistik, höher gewesen sein als im Vorjahr. (HH)

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