ADM-Chefin klagt über hartes Quartal

Der US-Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM) meldet kräftige Gewinneinbußen. Vor allem die europäischen Ölmühlen enttäuschen. Der Konzern mit Hauptsitz in Decatur/Illinois berichtet für das 1. Halbjahr 2011/12 (Juli bis Dezember), dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 20 Prozent auf 45,2 Mrd. US-$ angestiegen ist. Der Nettogewinn von Juli bis Dezember hat sich allerdings mit aktuell 540 Mio. US-$ im Jahresvergleich etwa halbiert. Besonders schmerzhaft war der Gewinnrückgang in den Monaten September bis Dezember 2011.

„Es war ein hartes Quartal", kommentiert Vorstandschefin Patricia Woertz das Ergebnis. Sie führt die enttäuschenden Ergebnisse auf schwache Margen in der europäischen Ölsaatenverarbeitung und im globalen Agrarhandel zurück. In der US-Maisverarbeitung hat eine Wertberichtigung das Ergebnis zusätzlich belastet. ADM hatte 2006 in Iowa in die Herstellung von Biokunststoffen aus Mais investiert und dieses Projekt jetzt abgeschrieben. Doch auch ohne diesen Sondereffekt war das Maisgeschäft im 1. Halbjahr 2011/12 nur halb so profitabel wie im Vorjahreszeitraum gewesen. Dennoch zeigte sich Woertz bei der Vorlage der Zahlen heute unverändert optimistisch. Langfristig verspricht das Agrargeschäft nach ihrer Einschätzung Gewinne.

ADM hatte bereits Mitte Januar einen umfangreichen Personalabbau angekündigt, um Kosten zu senken. In den Monaten zuvor hatte das Unternehmen einige Zukäufe und Investitionsvorhaben bekannt gegeben. (db)
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