Ein profitables Ölmühlengeschäft in Südamerika gleicht für den ADM-Konzern Verluste in den US-Ethanolwerken aus. Biodiesel in Europa drückt ebenfalls das Ergebnis.

Der Abschluss des 4. Quartals lässt ahnen, vor welchen Herausforderungen Archer Daniels Midland (ADM) im neuen Geschäftsjahr 2013 steht. Eine knappe Verfügbarkeit von Agrarrohstoffen bei hohen Preisen lässt auskömmliche Margen in der Verarbeitung nicht immer zu. Vorstandschefin Patricia Woertz zeigt sich jedoch optimistisch, dass ADM als global agierender Konzern den Rohstoffbezug optimal managen kann.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 (Juli 2011 bis Juni 2012) meldet der US-Agrarkonzern mit Hauptsitz in Decatur/Illinois einen Umsatz von rund 89 Mrd. US-$. Gegenüber dem Vorjahres beträgt der Zuwachs 10 Prozent. Gesunken um jeweils rund 40 Prozent sind dagegen der operative Gewinn auf etwa 2,5 Mrd. US-$ und der Nettogewinn auf 1,2 Mrd. US-$, zeigen die heute vorgelegten Zahlen weiter.

Der Konzern verdient sein Geld vor allem im internationalen Agrarhandel sowie in der Ölsaaten- und Maisverarbeitung. Verlustbringer ist für ADM in den USA seit Herbst 2011 die Herstellung von Ethanol aus Mais. Hingegen haben die südamerikanischen Ölmühlen dem Unternehmen im Frühjahr 2012 guten Margen beschert, denen jedoch schwächere Ergebnisse in Nordamerika sowie in den europäischen Biodieselanlagen gegenüberstanden.

Zum Konzern gehören die deutschen Ölmühlen in Hamburg, Spyck, Mainz und Straubing sowie Biodieselwerke in Hamburg, Leer und Mainz. Außerdem hält ADM 80 Prozent der Anteile am Hamburger Handelshaus Toepfer International.

In Deutschland wie in verschiedenen Ländern Mittel- und Osteuropas baut ADM außerdem die Logistik aus. Es gibt kontinuierliche Zukäufe von kleineren Erfassungsstandorten. Größere Akquisitionen in der Verarbeitung waren 2011 der Kauf der Ölmühle im tschechischen Olomouc (Olmütz) sowie der Elstar Oil im polnischen Elblag (Elbing).

Schließlich betreibt ADM seit einigen Jahren in einem Joint Venture mit dem Zuckerkonzern Tate & Lyle Maisstärkefabriken. Zum Verbund Eaststarch gehören Werke in Bulgarien, Ungarn, der Slowakei und der Türkei. (db)
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