Umstrukturierung

ADM übernimmt Toepfer ganz

Die US-Zentrale in Decator will ihren Einfluss in Hamburg stärken
-- , Foto: ADM
Die US-Zentrale in Decator will ihren Einfluss in Hamburg stärken

ADM hat am Dienstag angekündigt, die restlichen Anteile des Hamburger Handelshauses Alfred C. Toepfer International GmbH zu übernehmen. Dazu wird ADM die verbleibenden 20 Prozent Minderheitsbeteiligung an Toepfer für 83 Mio. € erwerben. Der Preis entspricht nach Angaben des Unternehmens etwa dem 1,1-fachen des Nettobuchwertes. Bislang hält die genossenschaftliche InVivo die Anteile, die restlichen 80 Prozent gehören seit 2002 zu ADM.

Integration in das globale Netzwerk

Als Begründung für die vollständige Kontrolle, die noch von den Kartellbehörden genehmigt werden muss, nannte ADM-Chefin Patricia Woertz, dass Toepfer gestärkt werden solle. Das vollständige Eigentum soll es ermöglichen, das Geschäft in das globale ADM-Netzwerk zu integrieren.

Düngemittel gehen an Mosaic

Schwacher Handel
Archer Daniels Midland (ADM) hat 2013 einen Umsatz von rund 90 Mrd. US-$ und einen Nettogewinn von 1,3 Mrd. US-$ erzielt. Sehr zufrieden war das Unternehmen mit dem bedeutenden Ölmühlengeschäft, wogegen der internationale Getreidehandel enttäuschte. Zu verdauen hatte ADM 2013 außerdem die geplatzte Übernahme der australischen Graincorp. (db)
Außerdem gehört zu den Maßnahmen der Umstrukturierung, dass sich ADM vom Düngemittelgeschäft in Brasilien und Paraguay trennt. Es soll für 350 Mio. US-$ an den US-Konzern The Mosaic Company verkauft werden. Es umfasst nach ADM-Angaben vor allem fünf Mischanlagen. Im Kaufpreis sind 150 Mio. US-$ für Rohstoffe und Düngemittelbestände enthalten. Der Verkauf bedarf der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden.

Schließlich will der Konzern auch das globale Kakao- und Schokolade-Geschäft abstoßen. Dazu gehören Produktionsstätten in den USA, Kanada, Großbritannien und Belgien. In Deutschland ist die ADM Schokinag GmbH, Mannheim, betroffen.

Fortlaufender Prozess

„Wir wollen unser Kapital dort einsetzen, wo es die höchste Wertschöpfung bringt", begründete die ADM-Chefin die geplanten Schritte. Es handele sich um einen fortlaufenden Prozess. (db)
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