AKP-Länder gegen niedrigere EU-Zuckerpreise

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Die AKP-Länder lehnen eine Senkung der Zuckerpreise in der EU ab. Davon würden nur wenige Länder wie Brasilien profitieren, wohingegen die Zuckerproduktion in vielen afrikanischen Ländern gefährdet sei. Die in der AKP zusammengeschlossenen ehemaligen Kolonien in Afrika, der Karibik und des Pazifiks möchten weiterhin über zugeteilte Quoten an den hohen Zuckerpreisen in der EU teilhaben. Auch die ärmsten Länder der Welt hätten in der "Alles außer Waffen-Initiative" nur einen Vorteil vom Marktzugang der EU, wenn ihnen subventionierte Preise zugestanden würden, argumentieren die AKP-Länder.

Die EU-Kommission möchte dagegen die Zuckerquote unter anderem deshalb abschaffen, um ab 2010 den ärmsten Ländern der Welt den EU-Markt ohne Mengenbeschränkungen zu öffnen. Auf der WTO-Ministerkonferenz in Cancun im September hatten sich die AKP-Länder noch für einen umfassenden Zollabbau in Industrieländern ausgesprochen. Jetzt legen sie beim Zucker sehr viel mehr Wert auf eine Einhaltung von Präferenzabkommen und auf eine Stabilität der EU-Marktordnung inklusive hoher Einfuhrzölle. (Mö)

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