Forscher der Universität von Edinburgh (Grossbritannien) haben Zuchtsauen mit einem Warzenschwein-Gen ausgestattet, dass gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) resistent ist. Die so gezüchteten Ferkel sollen auch eine verbesserte Immunität gegen Schweinegrippe und die Atemwegserkrankung PRRS haben, berichtet die britische Zeitung The Guardian.

Traditionelle Zuchtmethoden ohne Erfolg

Die Ferkel wurden auf einer abgelegenen Farm außerhalb von Edinburgh geboren. Professor Bruce Whitelaw, Leiter der Entwicklungsbiologie an der Universität von Edinburgh, glaubt, dass die neugeborenen ASP-resistenten Ferkel unter den ersten kommerziell vermarkteten Tieren sein könnten, die mit Hilfe von Gentechnik gezüchtet wurden. Im Gegensatz zu Merkmalen wie Größe und Fruchtbarkeit, ist es fast unmöglich die Widerstandsfähigkeit gegen neue Krankheiten mit traditionellen Zuchtmethoden zu erreichen. Whitelaw ist der Ansicht, dass solche Tiere innerhalb von fünf bis zehn Jahren im Handel erhältlich sein könnten.

Forscher hoffen auf Akzeptanz in der Bevölkerung

Der Durchbruch ist laut Whitelaw mit der Entwicklung neuer "ultrapräziser" Gen-Bearbeitungswerkzeuge gelungen, die die Veränderungen in einer Weise herbeiführen, die nicht unterscheidbar ist von natürlich vorkommenden Mutationen. Die neuen Techniken können die Vorbehalte gegenüber gentechnisch veränderten Organismen aus der Vergangenheit überwinden. Auch der Aspekt, dass krankheitsresistente Tiere geschaffen werden und nicht einfach nur größere, fleischigere Nutztiere, würde in der Bevölkerung und von den Landwirten eher akzeptiert, argumentiert Whitelaw. Die Versuche werden über den Sommer fortgeführt. (az)
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