Kastenstand-Urteil

AbL erwartet Einbruch der Ferkelproduktion

In vielen Sauenställen entsprechen die Kastenstände nicht den gesetzlichen Vorgaben. Das Bundesverwaltungsgericht hatte in dieser Woche in einer Entscheidung klargestellt, dass die bisher weit verbreitete Praxis gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verstößt.

Gleiche Tierhaltungsbedingungen in allen EU-Ländern

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) befürchtet eine massive Verringerung der in Deutschland gehaltenen Sauen. Denn bei einer konsequenten Anwendung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung kann bei zu schmalen Kastenständen nur jeder zweite Platz genutzt werden. Dies bedeute eine massive Verringerung der in Deutschland gehaltenen Sauen und Ferkel pro Betrieb, aber auch hohe überproportionale Preissteigerungen für Ferkel infolge des drastisch verknappten Angebots, befürchtet die AbL. Damit diese nationalen Preis-Effekte nicht durch ausländische Lieferungen unterlaufen werden, müssten Bundesregierung und EU-Kommission nun rasch einheitliche Tierhaltungsbedingungen in allen EU-Ländern und vor allem in Dänemark und den Niederlanden durchsetzen, fordert die AbL.

Umbauprogramm für tiergerechte Ställe

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft warnt aber auch vor einem „perspektivlosen Umbau“ der Ställe, bei dem nur die Kastenstände verbreitert werden. Schweinehalter, Verbände und Politiker sollten stattdessen ein rasches Förderungs- und Umbauprogramm für tiergerechtere Sauen-Ställe in Angriff nehmen – „ohne Kastenstände und mit freier Bewegung der Sauen in Gruppenhaltung“. Die AbL sieht es als einen Fehler an, dass die Gruppenhaltung der Sauen im Jahre 2013 lediglich für etwas mehr als die Hälfte der Tragezeit vorgeschrieben wurde. Schon damals hätte man „die gesellschaftlichen Tierwohl-Anforderungen ernster nehmen sollen“. Beim Umbauprogramm auf freie Gruppenhaltung müssten die notwendigen Rückzugsmöglichkeiten der Sauen bei Rangordnungskämpfen und bei der Fütterung berücksichtigt werden, so die AbL. (SB)
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