AbL fordert gestaffelte Direktzahlungen


Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zeigt sich besorgt über steigende Bodenpreise. Eine Obergrenze für Direktzahlungen soll Abhilfe schaffen.

In der aktuellen Reform der EU-Agrarpolitik sollten die Interessen klein- und mittelbäuerlicher Betriebe stärker berücksichtigt werden. Sie würden unter der von außerlandwirtschaftlichen Investoren ausgelösten Bodenspekulation besonders leiden. So genannte „Pacht-Haie" überbieten oftmals die bisherigen Pächter, heißt es in einer Mitteilung der Organisation. Um ihre Existenzgrundlage zu sichern seien diese gezwungen mitzubieten. Dadurch würden Bodenpreise entstehen, die über die Einkommen aus der Landwirtschaft nicht mehr zu erwirtschaften seien.
 
Direktzahlungen der EU werden heute für jeden Hektar gezahlt. „Viel Fläche bringt viel Geld", wird der AbL-Bundesvorsitzende Bernd Voß in der Mitteilung zitiert. Dies bilde einen Anreiz für außerlandwirtschaftliche Investoren mit ihrem Kapital in den landwirtschaftlichen Bodenmarkt einzusteigen, warnt er.

Daher fordert die AbL Bundesagrarministerin Ilse Aigner und die Landwirtschaftsminister der 16 Bundesländer auf, sich für die Einführung einer gestaffelten Obergrenze einzusetzen. Verknüpft werden solle die Reform mit einem Arbeitskraftbezug sowie einem Direktzahlungsaufschlag für die ersten 20 bis 50 ha je Betrieb. Diese Linie verfolge auch der  französische Agrarminister Stephan Le Foll. Auch im EU-Agrarauschuss gebe es dafür eine Mehrheit. Ministerin Aigner sei aufgerufen, auch im EU-Ministerrat dafür eine Mehrheit zu finden.
 
Auch durch die Bindung der Direktzahlung an verbindliche ökologische Kriterien - dem „Greening" - könnten bäuerliche Betriebe gegenüber Landinvestoren gestärkt werden.  Diese hätten es nur auf den Anbau von Mais für Biogasanlagen abgesehen. Silomais in Monokultur müsse zu drastischen Kürzungen der Direktzahlungen führen, so die AbL. (jst)
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