Schweinemarkt

Abhängigkeit von China gefährlich

Der Absatz von Schweinefleisch in Drittlandstaaten, vor allem China, sorgte 2016 für eine Preiserholung. „Doch die Fokussierung auf das Reich der Mitte würde unsere exportorientierten Unternehmen in eine neue Abhängigkeit führen“, warnte Dr. Henning Ehlers am Mittwoch beim Raiffeisentag in Berlin. Deshalb müssten alternative Absatzmärkte ausgelotet werden, forderte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).

Zweifel am staatlichen Tierwohllabel

Die Herausforderung bestehe zugleich darin, die Wertigkeit von Schweinefleisch auf dem heimischen Markt zu stärken, so Ehlers. Zum Jahreswechsel 2016/2017 wurden die Weichen zur Fortführung der Initiative Tierwohl mit der aufgestockten Finanzierung des Lebensmitteleinzelhandels gestellt. Ab 2018 stehen für verbesserte Haltungsbedingungen jährlich rund 100 Mio. € zur Verfügung. Kein anderes Projekt, weder staatlich noch privatwirtschaftlich initiiert, bietet solche Rahmenbedingungen für die kontinuierliche Verbesserung der Nutztierhaltung in Deutschland. „Deshalb setze ich ein großes Fragezeichen, ob mit einem staatlichen Tierwohl-Label Fortschritte in der Nutztierhaltung und für die Akzeptanz beim Verbraucher erzielt werden können“, erklärte der Hauptgeschäftsführer. Es gelte Kapazitäten und Ressourcen zu koordinieren und zu bündeln. (SB)
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