McDonald’s gibt den Schwarzen Peter an seine Lieferanten weiter. Diese hätten mitgeteilt, „dass sie mit Beginn des zweiten Quartals dieses Jahres keine ausreichenden Mengen an nicht gentechnisch veränderten Futtermitteln zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen garantieren können“. Deswegen habe sich der Konzern entschieden, das Versprechen aufzuheben, GVO-freie Hähnchenprodukte zu liefern. Ein Sprecher von McDonald's Deutschland bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Bereits im Februar hatte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft mitgeteilt, dass seine Mitglieder wieder gentechnisch verändertes Soja ins Tierfutter mischen, da zu wenig GVO-freies Futter verfügbar sei. Zuvor hatte die Geflügelwirtschaft 14 Jahre lang die Hühner ohne GV-Futter produziert.

Greenpeace kritisierte jetzt die Entscheidung von McDonald's und warf dem Fastfood-Anbieter vor, nur auf den Preis zu schauen. In einer Umfrage bei Handelsunternehmen hatte der Umweltverband herausgefunden, dass lediglich die Rewe Group aus Köln und der Fuldaer Händler Tegut für ihre Eigenmarken garantieren, sie seien weiterhin ohne GVO. Alle anderen Händler weichen von dem Versprechen, ohne GV-Soja auszukommen, ab.

Dabei geschehe die Umstellung auf gentechnisch veränderte Futtermittel ohne Not, so Greenpeace. Im Vergleich zur Vorsaison gebe es nach Angaben des brasilianischen Verbandes der Produzenten gentechnikfreier Soja (Abrange) 10 Prozent mehr gentechnikfreie Soja, heißt es dort. (hed)
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