Die britischen Einzelhändler Sainsbury, Marks & Spencer, Tesco und Co-op müssen ihre Zusage zurücknehmen, kein gentechnisch verändertes Futter für die Herstellung ihrer Handelsmarken zu verwenden. Dies berichtet der Nahrichtendienst Agra Europe, London. Es werde zunehmend schwierig solche Ware zu bekommen, nennen die Händler als Begründung für die Entscheidung.

Tesco hatte bereits vor einer Woche angekündigt, dass Geflügel und Eierprodukte des Händlers nicht länger mit der Garantie „gentechnikfrei“ aufwarten können. Jetzt kündigt Marks & Spencer an, alles Frischfleisch außer Bioware könne kein Versprechen mehr abgeben. Sainsburys sagte, es werde GV-Futter bei frischen Geflügelprodukten erlauben, nicht aber bei Bioware sowie der Eigenmarke „Taste the Difference“. Auch der britische Händler Co-op kündigte an, Geflügel und Eier werden nicht länger als gentechnikfrei bezeichnet.

GV-freies Futter ist rar

Der Grund für alle Händler: Es fehlt an den Futtermitteln, die diese Auflagen erfüllen. In ganz Brasilien gebe es nicht so viel gentechnikfreies Soja wie in Europa nachgefragt werde, heißt es. Laut einer Studie wollen 70 Prozent der britischen Verbraucher lieber GV-frei einkaufen.

Laut Tim Smith, technischer Direktor von Tesco, wolle das Unternehmen zwar gerne den Verbraucherwünschen entsprechen. Es sei aber auch bewiesen, dass in Produkten aus Tieren, die mit GV-Futter gefüttert worden sind, sich keine Spuren des gentechnisch-veränderten Soja befinden. Dies habe die britische Behörde Food Standard Agency (FSA) festgestellt.

Als einziger großer Händler in Großbritannien bleibt der Supermarktbetreiber Waitrose bei seinem Versprechen Geflügel, Eier, Lamm aus Neuseeland und britische Forellen sowie Lachse werden ohne GV-Futter produziert.

Auch deutsche Händler wollen für ihre Eigenmarken die Garantie „Ohne Gentechnik“ aussprechen. (hed)
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