Deutsches Milchkontor

Absage an Mengensteuerung


Milchgeld statt Gewinn
Auf der Vertreterversammlung stellte die Geschäftsführung vorläufige Unternehmenszahlen für das Jahr 2015 vor. Demnach sank der Gewinn um 42,3 Mio. € auf 13 Mio. €. Man habe bewusst auf Gewinn verzichtet, um mehr Milchgeld auszahlen zu können, hieß es. Ohne die rund 30 Mio. €, die so zusätzlich auf die Höfe flossen, wäre das Milchgeld um weitere 0,5 Ct/kg niedriger  ausgefallen. Es verringerte sich von 36,9 auf 27,6 Ct/kg. Die Milchanlieferungen sanken leicht auf 6,7 Mrd. kg (6,8 Mrd. kg), der Umsatz verringerte sich um 600 Mio. € auf 4,7 Mrd. €. (SB)
Mehr als 350 Milchbauern diskutierten am Dienstag in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen mit der Geschäftsführung des Deutschen Milchkontors (DMK) über Wege aus der aktuellen Milchkrise. Die Außerordentliche Vertreterversammlung hatten die Mitglieder beantragt – ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Genossenschaft.

Sieben Stunden lang diskutierten die Basisvertreter mit der Geschäftsführung. Die Hoffnung auf eine baldige Anhebung der Milchpreise wurde nicht erfüllt. Das DMK leidet besonders unter dem Preisverfall für Käse und Milchpulver. In diesen Produktschienen verarbeitet die Molkerei mehr als zwei Drittel der Milchmenge.

Kurzfristig werden sich die Genossenschaftsmitglieder auf weiter fallende Milchpreise einstellen müssen. Nachdem im Januar und Februar 26,3 Cent/kg gezahlt wurden (einschließlich der durchschnittlichen Boni für Nachhaltigkeit und Logistik) wird für März ein Rückgang auf 25,3 Cent/kg erwartet. Eine Trendwende sei derzeit nicht absehbar, hieß es von Seiten der Geschäftsführung.

Eine vor einigen Monaten eingesetzte Arbeitsgruppe aus Landwirten und externen Experten machte deutlich, dass eine molkereiinterne Mengenbegrenzung der Milchanlieferungen nicht hilft, die aktuellen Probleme zu lösen. Mit dieser Auffassung konnte sie die große Mehrheit der Delegierten hinter sich bringen. Nur vereinzelt seien Bonuszahlungen für Produktionseinschränkungen gefordert worden, berichteten Teilnehmer agrarzeitung.de. (SB)
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