Die Sojabohne ist mittlerweile in Deutschland die wichtigste Körnerleguminose. Darüber freut sich Dr. Nina Weiher von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, die das Demonstrationsnetzwerk Sojabohne im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung koordiniert. Seit September 2013 arbeitet das vom Bundeslandwirtschaftsministerium initiierte Demonstrationsnetzwerk für die Sojabohne mit einer Vielzahl von Akteuren aus insgesamt elf Bundesländern zusammen.

Das Landwirtschaftsministerium hat für dieses Projekt 2,9 Mio. € zur Verfügung gestellt. Wichtiger Bestandteil des Netzwerks sind 120 Demonstrationsbetriebe bundesweit, die den Sojaanbau beispielhaft versuchen. Selbst in Mecklenburg-Vorpommern konnte in diesem Jahr ein Ertrag von 28 dt/ha geerntet werden.

Im Sommer schien der Anbau von Soja in Deutschland sogar so attraktiv geworden zu sein, dass ein Mangel an Saatgut befürchtet wurde. Davon könne man wieder abrücken, berichtet Weiher. Denn der Preisverfall am internationalen Sojamarkt drückt auch auf die Preise für heimisches Soja. Dadurch habe die Kultur rasch an Attraktivität eingebüßt. Daher soll nun vermehrtes Augenmerk auf eine Stärkung des Verbrauchs in der Region oder möglichst in den Betrieben gelegt werden. Vor allem die Verfütterung vor Ort könne gesteigert werden durch die Förderung von mobilen Toastanlagen.

In Baden-Württemberg erfreut sich die Sojabohne doppelter Unterstützung von der Landesregierung wie auch im Rahmen der Eiweißinitiative der Bundesregierung. So wächst in Baden-Württemberg Soja mittlerweile auf rund 2.800 ha. Bevor das Land und die Bundesregierung gemeinsam für die Förderung des Sojaanbaus angetreten sind, lag die Anbaufläche im Jahr 2009 nur bei 380 ha. Die Landesregierung setzt vor allem auf die Intensivierung der Beratung.

Die im Jahr 2012 beschlossene Eiweißinitiative will den Anbau von Körnerleguminosen zur Nutzung in Futter- und Lebensmitteln voranbringen sowie die Eiweißversorgung vom Grünland verbessern. Mit diesem Ziel arbeiten baden-württembergische Versuchs- und Forschungsanstalten zusammen: Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe bearbeitet den Bereich Körnerleguminosen, das Landwirtschaftliche Zentrum in Aulendorf (LAZBW) die Bereiche Futterleguminosen und Grünland, die Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim züchtet an Sojabohnensorten und die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen erforscht die Potenziale in der Fütterung. (brs)
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