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Der Markt für Sommersaatgetreide läuft in diesen Tagen ebenso lustlos aus, wie er vor Wochen begonnen hat. Obwohl der Handel bei der Bereitstellung der Ware zu Beginn des Marktes recht vorsichtig war, gibt es Überhänge. Soweit die Mengen nicht gebeizt sind, fließen sie jetzt in den Konsum. Bis auf geringe Restflächen in Spätgebieten dürfte die Aussaat des Sommersaatgetreides vor Ostern deutschlandweit beendet werden. Regional hat sich die Nachfrage nach Braugersten-Saatgut für viele Teilnehmer überraschend etwas belebt, nachdem Klarheit über die Sortenempfehlungen und über die Vorvertragspreise für Braugerste bestand. Obwohl die Vorvertragspreise die Landwirte offensichtlich nicht befriedigen, dürfte die Braugerstenproduktion etwas größer ausfallen als zunächst befürchtet, schätzen Saatguthändler auf Grund des Abzugs von Z-Saatgut. Dagegen ist die Produktion von Sommerfuttergerste in diesem Jahr nach Beobachtungen des Handels und der Züchter offensichtlich deutlich eingeschränkt worden. Zahlen werden angesichts des frühen Zeitpunkts noch nicht genannt. Auch die Haferfläche dürfte nach Schätzungen der Marktteilnehmer in diesem Jahr kleiner ausfallen als im Vorjahr, regional sogar um zweistellige Prozentraten. Das gilt besonders für die Regionen Hessen und Rheinland-Pfalz, aber auch für andere Teile des Bundesgebiets. Sommerweizen und -roggen spielten im Saatgetreidegeschäft in diesem Frühjahr kaum eine Rolle.

Durchweg gehen die Marktteilnehmer von einem Rückgang des Z-Saatgut-Absatzes aus. Die Gründe dafür waren von Anfang an erkennbar: der ausgeprägte Spargedanke in der Landwirtschaft und die Liquiditätsenge vieler Betriebe, eine gute Vorjahresernte mit akzeptablen Saatguteigenschaften, die den eigenen Nachbau erleichterte, sowie die Tatsache, dass die Vergrößerung der Wintergetreidefläche nur noch wenig Raum für Sommergetreide ließ. Aus den freigewordenen Stilllegungsflächen ist dem Sommergetreideanbau deshalb kaum noch etwas zugute gekommen. Das gilt auch für die Maisaussaat, die gegenwärtig vorbereitet wird. Allgemein geht man von einer nahezu unveränderten Maisfläche zum Vorjahr aus. Ausnahme bilden typische Körnermaisregionen, zum Beispiel im Südwesten, wo noch ein leichter Zuwachs der Körnermaisfläche erwartet wird. Mit Ausnahme der ostdeutschen Regionen, wo der Saatmaismarkt wie üblich schon Ende vergangenen Jahres eingesetzt hatte, klagen Handel und Züchter zunehmend über zögerliches Auftragsverhalten der Landwirte. Dies verlangt Spitzenleistungen der Saatgutlogistik in der Aussaatphase. Die Liquiditätslage der Betriebe ist vor allem in Milchviehregionen recht eng. Dies dürfte - mit Ausnahme von Teilen Bayerns - auch der Silomaisfläche Grenzen setzen und einen stärkeren Neuaufbau von Futtervorräten verhindern, obwohl der Mais als eine besonders wirtschaftliche Futtergrundlage gerade in der Milchviehhaltung gilt. (gg)

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