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Große Verunsicherung prägt den Weizenhandel in Deutschland nach der beschlossenen Zollsenkung für Getreide aus Osteuropa. Zwar werden an den hiesigen Märkten keine riesigen Weizenimporte aus Osteuropa erwartet. Die Absatzmärkte für deutschen Weizen im Export sind jedoch allemal beeinträchtigt. Das berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Der Internationale Getreiderat IGC, London, ging Ende September für die fünf osteuropäischen Exporteure Russland, Ukraine, Kasachstan, Rumänien und Ungarn für 2001/02 von Weizenexporten von zusammen rund 10 Mio. t aus. Das wäre etwa die doppelte Menge als im Vorjahr. Diese IGC-Schätzung datiert allerdings noch vor Bekanntwerden der Zollsenkung der EU für Weizen aus Osteuropa, die Menge könnte also noch höher ausfallen.

In den einzelnen Regionen Deutschlands wird dennoch keine "Weizenschwemme" aus Osteuropa gesehen, da der bevorstehende Winter umfangreiche Importe aus Ungarn oder der Ukraine höchst unwahrscheinlich mache, da sie sich logistisch nicht durchführen lassen. Vielmehr macht sich Konkurrenz aus Osteuropa auf den angestammten Exportmärkten für deutschen Weizen bemerkbar. Dies hat die Weizennotierungen schon seit Mitte September unter Druck gesetzt. (ED)
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