Der Koordinator des Netzwerkes Agri Benchmark, Yelto Zimmer vom Thünen-Institut, geht davon aus, dass die Rohstoffpreise auf lange Sicht nicht auf dem hohen Niveau der vergangen Jahre bleiben werden. Denn die Kosten sind weitaus weniger gestiegen als die Preise. „Auf lange Sicht sind die Kosten entscheidend für die Preise“, sagte er.

Internationales Netzwerk
Die Analyse und den Ausblick haben 55 Agrarökonomen aus mehr als 30 Ländern in Des Moines (USA) erstellt. Dort fand in diesem Jahr das Jahrestreffen der am Projekt Agri Benchmark Cash Crop Beteiligten statt. Es handelt sich um ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern, Beratern und Produzenten. Sie wollen verlässliche Analysen der wichtigsten Entwicklungen in der internationalen Pflanzenproduktion erstellen. (az)
So zeigen bereits Daten aus dem Jahr 2013, dass US-amerikanische und brasilianische Maisproduzenten bereits unter wirtschaftlichen Druck geraten. Für Brasilien sei daher zu erwarten, dass die Landwirte vermehrt Sojabohnen anbauen und ihre Maisflächen eher reduzieren.

Inzwischen seien die Weltmarkpreise für Mais weiter gefallen, was zu einer schlechteren Prognose für 2014 führe, so die Experten. Da die verschiedenen landwirtschaftlichen Rohstoffmärkte in starker Abhängigkeit voneinander stehen, sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Preis für andere Produkte wie Weizen ebenfalls weiter falle.

Auswirkungen der Ukraine-Krise

Mit Blick auf die politische Krise in Osteuropa zeigte der russische Agri-Benchmark-Partner Dimitri Rylko vom Institut für Agrarmarktstudien auf, dass der Konflikt ambivalente Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Produzenten in Russland haben wird: Sanktionen und deren indirekten Folgen auf die russischen Finanzmärkte werden es schwieriger und teurer machen, Investitionen und Inputs wie Saatgut zu finanzieren.

Andererseits werden der Nutzviehsektor und einige andere Sektoren davon profitieren – sowohl in Folge steigender Inlandspreise als auch durch gestiegene Subventionen, welche die Regierung zahlt, um Importe vermehrt zu ersetzen. (hed)
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