Bodenmarkt

Ackerland für Investoren interessant

Die Landwirtschaft ist für Investoren außerhalb der Landwirtschaft nach wie vor attraktiv. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die das Thünen-Institut (TI) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums durchgeführt hat. So gibt es immer wieder Konflikte, weil Landwirte Land kaufen wollen, aber angesichts hoher Gebote nicht zum Zuge kommen.

Untersucht wurden Regionen in West- und Ostdeutschland. Nach Einschätzung der Wissenschaftler stehen vor allem Ackerbaubetriebe in Ostdeutschland als rentable Kapitalanlagen im Fokus von Investoren. Hier sei das Preisniveau noch immer deutlich niedriger als in den alten Bundesländern.

Die externen Investoren würden den regen Wettbewerb landwirtschaftlicher Unternehmen um Eigentum und Flächenbewirtschaftung verstärken. Dies habe, so die Studie, zum weiteren Anstieg der Kaufwerte für Agrarflächen beigetragen.

Fehlende Hofnachfolger

Die Studie macht deutlich, dass Investoren häufig dann übernehmen, wenn Hofnachfolger fehlen oder akuter Kapitalbedarf besteht. Auf diesen Sachverhalt verweist auch die BVVG Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH, Berlin, die den Verkauf und die Verpachtung ehemals volkseigener Flächen koordiniert. 

Die Thünen-Wissenschaftler weisen darauf hin, dass externe Finanzspritzen positive Effekte haben können wie eine verstärkte Investitionstätigkeit und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Es könne aber auch das Gegenteil eintreten und Arbeitskräfte abgebaut und Gewinne aus der Region abgezogen werden.

Bewertung der Bundesländer

Nun sind die Bundesländer aufgefordert, die Untersuchung zu bewerten. Im Raum steht eine Überarbeitung des Grundstück-Verkehrsgesetzes (GrstVG). Zudem verhandeln einige Bundesländer mit dem Bundesfinanzministerium über eine gesamte Überlassung der BVVG-Flächen in Eigenregie. Diw Wissenschatfler weisen jedoch darauf hin, dass sie in der Studie fünf ausgewählte Standorte betrachtet haben. Die Ergebnisse seien nicht ohne Weiteres auf andere Regionen zu übertragen. (da)
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