Um die Menschen auf der Erde angemessen zu ernähren, müsste die die Agrarfläche bis 2050 drastisch ausgedehnt werden. Eine Studie begründet den Zusammenhang. Für die Versorgung einer Weltbevölkerung von 9 Milliarden Menschen nach westlichem Ernährungsmuster und mit westlicher Agrartechnologie wäre die landwirtschaftliche Nutzfläche bis 2050 global um 70 bis 100 Prozent auszudehnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung über den Zusammenhang der Ernährungsgewohnheiten und der Landnutzung, die eine Forschergruppe unter Leitung von Thomas Kastner vom Institut für Soziale Ökologie der Alpen-Adria-Universität in Wien, berichtet das Agrarische Informationszentrum (AIZ), Wien. Kastner und Kollegen der niederländischen Universität Groningen haben die Entwicklung der Bevölkerung, der Ernährungsstile und der Erträge der vergangenen 46 Jahre für alle Kontinente verglichen. Die pro Erdbewohner durchschnittlich verfügbare Kalorienzahl stieg in dieser Zeit den Angaben zufolge um 22 Prozent auf 2.750 kcal.

Durch technischen Fortschritt wie Mineraldünger und Pflanzenschutz sei die für diese Ration benötigte Ackerfläche zugleich um mehr als ein Drittel von 2.650 auf 1.700 m2 zurückgegangen. Dennoch habe die Produktivitätssteigerung mit der wachsenden Lebensmittelnachfrage nicht Schritt gehalten, sodass die Ackerfläche insgesamt um 267 Mio. ha ausgedehnt worden sei. „Die Menschen essen mehr Fleisch und andere ressourcenintensive Produkte", so Kastner. Am stärksten seien diese Entwicklungen in den Schwellenländern China, Brasilien und Indien zu beobachten. Außerhalb der westlichen Industrienationen würden das Bevölkerungswachstum und die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten die Ertragssteigerungen mehr als aufheben. Weltweit betrachtet wird der Bedarf an Land deshalb weiter steigen, heißt es in der Studie. (az)
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