Pflanzenschutz

Adama fährt Rekordgewinn ein

Mit 843 Mio. US-$ war der Umsatz im 1. Quartal 2017 zwar um 1,2 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Währungsbereinigt ist er jedoch gleich geblieben, berichtet Adama Agricultural Solutions Ltd., Tel Aviv. Dahinter stehen um 3,7 Prozent höhere Absatzmengen, die zu entsprechend niedrigeren Preisen in den Handel abgegeben worden sind.

Höchster jemals erzielter Quartalsgewinn

Unter dem Strich ist mehr übrig geblieben. Adama weist im aktuellen Quartal einen operativen Gewinn (Ebit) von 136 Mio. US-$ aus. Das sind 5,8 Prozent mehr als Anfang 2016 und so viel, wie Adama noch nie in einem einzigen Quartal erwirtschaftet hat. Das Gleiche gilt für den Nettogewinn, der mit 114 Mio. US-$ einen Quartalsrekord setzt. Der Adama-Vorstandsvorsitzende Chen Lichtenstein begründete am Sonntag bei Vorlage der Quartalszahlen die guten Ergebnisse mit einem verbesserten Portfolio und gesunkenen Kosten.

Europa mit Schwächen – Rübenherbizide legen aber zu

Allerdings ist der europäische Markt, wo Adama fast die Hälfte des Umsatzes erzielt, im 1. Quartal 2017 schwächer gelaufen. Das Unternehmen verbucht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang in US-$ um 6,4 Prozent (währungsbereinigt minus 2,3 Prozent). Hier sind Anfang 2017 nach Aussage von Lichtenstein mehrere Faktoren zusammen getroffen: Landwirte, die generell am Pflanzenschutz sparen, niedrigere Verkaufspreise, ein späterer Saisonstart und hohe Lagerbestände im Handel. Eine Ausnahme stellen jedoch die Rübenherbizide dar, mit denen Adama von der ausgedehnten Fläche in Europa profitiert hat.

Familienbande
Adama ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen von ChemChina. Der Staatskonzern befindet sich im abschließenden Prozess der Übernahme von Syngenta. Der Kauf für einen Betrag von 43 Mrd. U-$ sollte schon Ende 2016 über die Bühne gegangen sein. Doch die Kartellbehörden prüfen intensiv. Zurzeit fehlen noch die Genehmigungen der Wettbewerbsaufsicht aus Brasilien, Kanada und Indien. (db)
Schwächer gelaufen ist auch das Geschäft in Argentinien, wogegen die Umsätze in Brasilien und Nordamerika deutlich dazugewonnen haben. Schließlich hat Adama von der guten Agrarkonjunktur in Australien profitiert.

Integration in China

In diesem Jahr plant Adama den Zusammenschluss mit dem zum ChemChina-Verbund gehörenden Pflanzenschutzunternehmen Sanonda, das bereits an der Börse in Shenzhen gelistet ist. Hier fehlt noch die Genehmigung der chinesischen Aufsichtsbehörde. Die Kombination mit Sanonda ist ein Teil der Strategie zur stärkeren Integration. Nach Aussage von Adama soll der Vertrieb auf dem chinesischen Pflanzenschutzmarkt gestrafft werden. Außerdem plant die globale Adama-Organisation, mehr Wirkstoffe aus dem chinesischen Netzwerk zu beziehen.

Kartellauflagen noch nicht präzisiert

Dem europäischen Adama-Geschäft steht hingegen noch ein Aderlass bevor, weil der Adama-Mutterkonzern ChemChina Syngenta kaufen will. Die EU-Kommission hat zur Bedingung gemacht, dass Adama einen wesentlichen Teil des Geschäfts mit Wachstumsreglern für Getreide abgeben muss. Hinzu kommen weitere Produkte, bei denen die Brüsseler Wettbewerbsaufsicht eine zu große addierte Marktposition von Syngenta und Adama kalkuliert hat. Wer das Adama-Paket kauft, ist allerdings noch nicht bekannt gegeben worden. (db)
stats