Jahresabschluss

Adama macht mehr Gewinn

Mit knapp 3,1 Mrd. US-$ war der Umsatz 2016 um 0,2 Prozent höher als im Vorjahr, berichtet Adama Agricultural Solutions Ltd., Tel Aviv. Währungsbereinigt hätte hier jedoch ein Plus von 3,2 Prozent gestanden. Außerdem haben sich die Margen deutlich verbessert. Adama weist einen operativen Gewinn (Ebit) von 347 Mio. US-$ aus. Das sind fast 15 Prozent mehr als 2015. Unter dem Strich steht Adama noch besser da. Das Unternehmen schließt das Geschäftsjahr 2016 mit einem um 47 Prozent höheren Nettogewinn von 183 Mio. US-$ ab.

Preisnachlässe in wichtigen Märkten

Der Adama-Vorstandsvorsitzende Chen Lichtenstein berichtete am Donnerstag bei Vorlage der Jahreszahlen von „substanziellem“ Absatzwachstum. Der Mengenanstieg beträgt 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im 4. Quartal 2016 sind nach Unternehmensangaben sogar 7,3 Prozent mehr Produkte als im gleichen Vorjahreszeitraum verkauft worden. Diese höheren Mengen waren in wichtigen Märkten allerdings mit Preiszugeständnissen verbunden. Dennoch waren die Margen höher.

Chinesischer Verbund
Adama gehört seit 2016 vollständig zu ChemChina. Es handelt sich um einen weit diversifizierten Staatskonzern, der auch Syngenta kaufen möchte. Im April will die EU-Kommission über eine Genehmigung entscheiden. ChemChina bündelt seine chinesischen Agrarchemieaktivitäten als China National Agrochemical Corporation (CNAC). In diesem Jahr ist geplant, die CNAC-Tochter Sanonda mit Adama zu fusionieren. (db)
Lichtenstein nannte als Gründe für die besseren Kennzahlen einen günstigeren Einkauf sowie Kostensenkungen in Produktion und Logistik. Gleichzeitig hat Adama nach seiner Aussage nennenswert in die Produktentwicklung investiert.

Starkes Herbstgeschäft in Europa

Der für Adama mit Abstand wichtigster Markt ist Europa. Der Umsatz 2016 hat mit gut 1,0 Mrd. US-$ jedoch um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nachgegeben. Ungünstige Währungsverhältnisse herausgerechnet bleibt ein Rückgang um 0,7 Prozent übrig. Den Absatz hat Adama aber nach eigener Aussage deutlich gesteigert, und das wegen der geringeren Kosten bei besseren Margen als 2015. Besonders erfreut zeigt sich das Unternehmen mit dem Herbizidgeschäft im Herbst 2016.

Stabilisiert hat sich 2016 der Umsatz in Lateinamerika, wo Adama 739 Mio. US-$ erzielt hat. Nordamerika hat sogar um 5,9 Prozent auf 604 Mio. US-$ zugelegt. Wachstum verzeichnete Adama auch in den anderen Regionen der Welt.

Integration in China

Für 2017 plant Adama den Zusammenschluss mit dem zum ChemChina-Verbund gehörenden Pflanzenschutzunternehmen Sanonda, das bereits an der Börse in Shenzhen gelistet ist. Die Sanonda-Aktionäre haben nach Aussage von Adama in dieser Woche mit großer Mehrheit dem Vorhaben zugestimmt. Jetzt fehlt noch die Genehmigung der chinesischen Aufsichtsbehörde, die das Adama-Management bis zur Jahresmitte erwartet. Die Kombination mit Sanonda ist ein Teil der Strategie zur stärkeren Integration. Nach Aussage von Adama soll der Vertrieb auf dem chinesischen Pflanzenschutzmarkt gestrafft werden. Außerdem plant die globale Adama-Organisation, mehr Wirkstoffe aus dem chinesischen Netzwerk zu beziehen. (db)
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