Quartalsbericht

Adama steigert Absatz


Die Gewinne des Pflanzenschutzanbieters legen im bisherigen Verlauf 2017 kräftig zu. Das schwächere Europageschäft ändert daran nichts. Für die Zukunft ist Adama völlig neu aufgestellt.

Erstmals berichtet Adama Agricultural Solutions Ltd. in seinem aktuellen Neunmonatsbericht über Ergebnisse, die nach der Integration von Sanonda erzielt worden sind (siehe Kasten).

China am Steuer
Adama ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Staatskonzerns ChemChina. Im Sommer 2017 ist der Zusammenschluss mit dem zum ChemChina-Verbund gehörenden Pflanzenschutzunternehmen Sanonda abgeschlossen worden. Die dadurch gestärkte Adama Agricultural Solutions Ltd. mit weltweit 6.600 Mitarbeitern ist an der Börse in Shenzhen gelistet. Adama ist außerdem betroffen von der Übernahme der Syngenta AG durch ChemChina. Wegen Kartellauflagen gibt Adama in größerem Umfang Mittel an Nufarm ab, erhält aber im Gegenzug Produkte von Syngenta. (db)
Mit 2,7 Mrd. US-$ war der Adama-Umsatz in den ersten von Januar bis September 2017 um 3,7 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Wie das Unternehmen am Dienstag weiter mitteilte, stehen hinter diesem Zuwachs 7,1 Prozent höhere Absatzmengen, die allerdings zu niedrigeren Preisen in den Handel abgegeben worden sind. Den Preisdruck am globalen Pflanzenschutzmarkt begründet Adama damit, dass Landwirte angesichts des schwachen Agrarpreisniveaus am Pflanzenschutz sparen. Außerdem gebe es nach wie vor hohe Bestände in den Handelsunternehmen in Europa und Brasilien.

Der Profitabilität haben die niedrigeren Verkaufspreise aber keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Adama weist im aktuellen Neunmonatszeitraum einen Nettogewinn von 261 Mio. US-$ aus. Das sind 33 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2016. Der Adama-Vorstandsvorsitzende Chen Lichtenstein äußerte sich zufrieden mit den Ergebnissen. Das höhere Absatzvolumen, ein differenziertes Portfolio sowie Kostensenkungen hätten alle Gewinnkennzahlen signifikant verbessert. Außerdem sei durch die Kombination mit Sanonda China jetzt als bedeutende Absatzregion etabliert worden.

Europa mit Schwächen

Umsatz eingebüßt hat Adama am europäischen Markt, wo das Unternehmen nach dem Zusammenschluss mit Sanonda rund ein Drittel des globalen Umsatzes erzielt. Adama verbuchte in den ersten neun Monaten 2017 in Europa 893 Mio. US-$ Umsatz. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fehlen auf US-Dollarbasis 2,8 Prozent (währungsbereinigt sind es minus 0,7 Prozent). Der Rückgang beruht jedoch ausschließlich auf niedrigeren Preisen, die Absatzmenge ist nach Angaben von Adama leicht gestiegen.

Schwächer gelaufen ist auch das Geschäft in Lateinamerika, wogegen Adama in Nordamerika dazugewonnen hat. Deutlich mehr Gewicht hat mit der Integration von Sanonda der asiatisch-pazifische Raum mit 16 Prozent Anteil am globalen Umsatz. Allein das Chinageschäft trägt jetzt rund 7 Prozent zum Adama-Umsatz bei. (db)
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