Gegenwind

Adama verschiebt China-Pläne


Mit gut 3,2 Mrd. US-$ war der Umsatz 2014 um rund 5 Prozent höher als im Vorjahr, berichtet Adama Agricultural Solutions Ltd., Tel Aviv, im Rückblick. Leicht abgeschwächt war das Umsatzwachstum jedoch im Schlussquartal 2014, zeigen die am Sonntag in Israel vorgelegten Quartalszahlen. Das Unternehmen weist hier auf den ungünstigen Währungseinfluss des in US-Dollar bilanzierenden Unternehmens hin. In nationalen Währungen seien die Umsätze sowohl im Gesamtjahr als auch im 4. Quartal 2014 um jeweils 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Auch die Margen waren 2014 besser als im Vorjahr. Das operative Ergebnis ist 2014 mit 313 Mio. US-$ um gut 1 Prozent höher ausgefallen. Unter Berücksichtigung der Finanzkosten und nach Steuern endete 2014 für Adama mit einem um 19 Prozent höheren Nettogewinn von 151 Mio. US-$.

Europa auf Platz 1

In Deutschland die Nummer 4
Adama ist am deutschen Markt viertgrößter Anbieter von Pflanzenschutzmitteln. Das Unternehmen mit Sitz in Köln firmierte bis vor einem Jahr als Feinchemie Schwebda – FCS. Deutschland-Geschäftsführer ist seit Jahresbeginn Thomas Horne. (db)
Das gute Abschneiden trotz des „Gegenwinds“ durch ungünstige Währungsverhältnisse führt Chen Lichtenstein auf das „robuste Geschäftsmodell“ zurück. Adama verbindet nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden eine breite geografische Abdeckung und ein diversifiziertes Produktportfolio mit einer umfassenden vertikalen Integration in der Wertschöpfungskette. Das größte Wachstum registriert Adama 2014 in Lateinamerika mit einem Plus von fast 9 Prozent. Nach wie vor bleibt jedoch Europa mit einem Umsatz von fast 1,2 Mrd. US-$ die umsatzstärkste Region. Hier beträgt das Wachstum im Vergleich zu 2013 rund 4 Prozent. Adama berichtet in Europa sowohl von höheren Absatzmengen als auch gestiegenen Verkaufspreisen, aber von nachteiligen Währungseffekten.

China-Pläne auf dem Prüfstand

Langfristig setzt Adama auf weiteres Wachstum in Asien. Wegen „ungünstiger Bedingungen am Aktienmarkt“ sind geplante Vorhaben jedoch ins Stocken geraten. Ursprünglich wollte Adama im 1. Halbjahr 2015 an die Börse gehen, um Kapital für die geplante Übernahme großer Kapazitäten in China zu gewinnen. Im Oktober 2014 hatte das Unternehmen angekündigt, vier Pflanzenschutzstandorte der China National Agrochemical Corporation (CNAC) zu übernehmen. Den Börsengang hat Adama allerdings verschoben. Jetzt prüft die Unternehmensführung zusammen mit den Anteilseignern, ob die Übernahme in China wie geplant durchgeführt werde oder ob es Alternativen gebe. Auch bezüglich eines Börsengangs werden zurzeit alle Optionen analysiert, heißt es in Tel Aviv. (db)
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