Aeikens gibt sich kritisch zur Anrechnung von Arbeitskräften


Die Agrarminister aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wehren sich vehement gegen Obergrenzen von Direktzahlungen. Große Betriebe in Ostdeutschland fürchten um den Erhalt von Arbeitsplätzen. "Eine Kürzung sowie Obergrenzen von Direktzahlungen, wie sie die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013 vorsieht, kommt für uns nicht in Frage", erklärte am Montag der sächsische Agrarminister Frank Kupfer gegenüber Dacian Ciolos. Der EU-Agrarkommissar war auf Einladung der drei Agrarminister Kupfer, Hermann Onko Aeikens/Sachsen-Anhalt, und Jürgen Reinholz/Thüringen, nach Schkeuditz zu einem Meinungsaustausch gekommen. Ausführlich erläuterte der EU-Agrarkommissar seinen Standpunkt für die Einführung von Kappung und Obergrenzen mit der neuen GAP-Reform. "Kappung heißt nicht, wir sind gegen Direktzahlungen an einen Betrieb. Doch ohne Gegenleistung geht dies nur bis zu einer bestimmten Grenze von 300.000 Euro", so Ciolos.

Er versicherte, dass künftig auch die großen Betriebe genügend Geld bekommen werden, um existieren und investieren zu können. Dies sehen die mitteldeutschen Agrarminister anders: "Egal, wie groß die Betriebe sind", argumentierte Reinholz, "die Leistungen für das Gemeinwohl sind bei allen gleich". Ciolos besuchte am Montag zuvor die Agrargenossenschaft Cobbelsdorf in Sachsen-Anhalt, die rund 2.400 ha bewirtschaftet. Vor allem der Ansatz, dass Arbeitskräfte künftig bei den Direktzahlungen angerechnet weren sollen, will Aeikens nicht hinnehmen. "Wer garantiert uns, dass nicht im Jahr 2020 nur noch die Hälfte der Beschäfigten angerechnet werden darf", sagte der Agrarminister aus Sachsen-Anhalt. (da)
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