Mais ist mit Aflatoxinen verunreinigt
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Mais ist mit Aflatoxinen verunreinigt

In einer Lieferung Futtermais aus Serbien ist der Höchstwert von Aflatoxin B1 in Höhe von bis zu 0,204 mg/kg Futtermittel festgestellt worden. Der zulässige Höchstwert liegt bei 0,02 mg/kg teilt das niedersächsische Agrarministerium mit. Aus einem Teil der betroffenen Maislieferung wurden Mischfuttermittel hergestellt. Sie wurden an Betriebe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen abgegeben.

Aflatoxin B 1 ist ein Schimmelpilzgift, das von dem natürlich vorkommenden Pilz Aspergillus flavus gebildet werden kann und eine starke krebserzeugende Wirkung zeigt. Lebensmittel und Futtermittel unterliegen deshalb strikten Höchstmengenregelungen. 

10.000 t in Brake gesperrt

Die betroffene Sendung Mais, die insgesamt 45.000 t umfasste, wurde über den Hafen in Brake importiert. 10.000 t dieser Lieferung konnten in Brake gesperrt werden, 25.000 t in einer Lagerhalle in Bremen wurden ebenfalls gesperrt.

Rund 10.000 t wurden jedoch an 13 Futtermittelhersteller in Niedersachsen ausgeliefert, die den Mais zur Herstellung von Mischfuttermitteln für Rinder, Schweine und Geflügel verarbeitet und an insgesamt 3560 landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen sowie 14 landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen ausgeliefert haben.

Mit Aflatoxin B1 kontaminierte Tierfutter-Mittel sind offensichtlich 22 Betriebe in Sachsen-Anhalt beliefert worden. Es handelt sich dabei ausschließlich um Putenmäster. Die Futtermittel-Silos und die Betriebe wurden von den Kreis-Veterinär- und Lebensmittelkontrolleuren vorsorglich gesperrt. Nun laufen Untersuchungen, ob die entsprechende Charge tatsächlich in den Unternehmen angekommen ist und in welchem Umfang sie bereits verfüttert wurde.

Auch neun Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern sind mit dem kontaminierten Mais beliefert worden. Insgesamt rund 560 t Futtermittel, in denen der Mais verarbeitet wurde, gingen an Schweine-, Masthühner-, Puten- und Legehennenbetriebe.

In Brandenburg wurden acht Betriebe mit dem belasteten Futter beliefert. Bei sechs Betrieben ist das belastete Futter aufgebraucht. Das Futter der beiden anderen Betriebe wird überprüft. Die Betriebe sind gesperrt, das Fleisch kommt derzeit nicht in den Handel. Betroffen sind in Brandenburg Geflügelhalter, primär die Putenmast.

Bei den nach Schleswig-Holstein gelangten Lieferungen sind nach bisherigem Kenntnisstand 24 direkt als Mischfutter an landwirtschaftliche Betriebe (Puten- und Hähnchenmastfutter) gegangen. Die Einmischraten von Mais sind unterschiedlich. Einige Landwirte haben mehrere Lieferungen erhalten. Das Landwirtschaftsministerium geht derzeit von 10 Landwirten aus, die direkte Lieferungen von Mischfutter aus Niedersachsen erhalten haben. Nach derzeitigem Stand sind keine Lieferungen von aflatoxinbelasteten Futtermitteln an Milchviehbetriebe geliefert worden.

DVT: Erste Untersuchungen ergaben keine Belastungen

Nach Angaben aus der Futtermittelwirtschaft ist die Aflatoxinbelastung im Futtermais, der an den niedersächsischen Hafen Brake angeliefert wurde, nicht gleichmäßig über die gesamte Ladung verteilt. Wie der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), Bonn, Bernhard Krüsken, heute gegenüber der Presse erklärte, hatten erste Kontrollen der Ware nach Ankunft im Hafen im Dezember keine Hinweise auf überhöhte Gehalte gebracht. Die festgestellten Werte hatten unterhalb der zugelassenen Höchstmengen von 0,02 mg/kg Mais gelegen.

Es sei bekannt, dass der Aflatoxin bildende Schimmelpilz sich in "Nestern" entwickele und seine direkte Umgebung stark belaste, so Krüsken. Doch allein das Vorhandensein des Aflatoxin im Mais sei von den Futterherstellern als Signal für mögliche Verunreinigungen verstanden worden. Daher hätten diese ihre routinemäßigen Eingangskontrollen verstärkt.

Importeur ist verantwortlich

Als Verantwortlichen auch im rechtlichen Sinne für das Inverkehrbringen der Ware nannte Krüsken den Importeur der Ware. Der Fall sei ein weiteres Beispiel dafür, dass Risiken für die Futtermittelkette ganz am Anfang liegen. Dort müsse die Sicherung der Qualität der Rohstoffe möglichst präzise erfolgen. (da/jst)
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