Ein Hamburger Futtermittelkonzern will seinen in Bremen lagernden, mit dem Schimmelpilzgift Aflatoxin B 1 belasteten Mais in die USA exportieren. Einem entsprechenden Antrag des Handelshauses Alfred C. Toepfer International hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) heute zugestimmt.

"Wir haben rechtlich keine Möglichkeit die Ausfuhr des belasteten Mais zu verhindern", sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Agrarministeriums gegenüber agrarzeitung.de. Auch für die noch in Brake lagernde Charge des mit Aflatoxin belasteten Maises aus Serbien liegt ein entsprechender Antrag vor. Dieser wird derzeit vom Laves geprüft. 

"Wir hätten uns gewünscht, dass die in Bremen lagernden und von uns als Futtermittel gesperrten 25.000 t Mais vernichtet und damit aus dem Verkehr gezogen werden", sagte Christian Meyer, Agrarminister in Niedersachsen in einer ersten Stellungnahme.  Möglich ist der Export in die USA, weil dort nicht so strenge Höchstgrenzen für Aflatoxin gelten wie in der EU.

Das Laves musste die Genehmigung erteilten, weil laut EU-Verordnung 178/2002 Futtermittel, die den Anforderungen des EU-Rechts nicht entsprechen, dennoch exportiert werden, wenn zuständige Stellen im Zielland ausdrücklich zugestimmt haben. Eine solche Bestätigung seitens der US-Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) liege vor, bestätigte die Sprecherin.

Unabhängig von der heutigen Entscheidung gilt in Niedersachsen weiterhin eine Allgemeinverfügung für Mais der Ernte 2012. Demnach dürften Importe von Mais aus Serbien, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine und Polen nur nach vorherigen Kontrollen durch das Laves nach Niedersachsen eingeführt werden. (da) 
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