Die Kritik der Nationalen Akademie der Wissenschaften am Ausbau der Bioenergie zeigt Folgen. Der Agrarausschuss im Bundestag wird sich mit dem Thema befassen. Der Vorsitzende des Gremiums, Hans-Michael Goldmann, kündigte an, das Thema mit höchster Priorität auf die Tagesordnung des Ausschusses zu setzen. Eine kontroverse Diskussion über die Grenzen und Möglichkeiten von Bioenergie sei sehr wichtig für die politische Marschrichtung der deutschen Energie- und Landwirtschaftspolitik, so der Parlamentarier.

Goldmann bezeichnete die Strom- und Wärmeerzeugung durch Biogas als eine Erfolgsgeschichte der deutschen Energiewende. Energie aus Biomasse ersetze heute bereits mehr als zwei Atomkraftwerke. Richtig sei aber auch, dass die Anbauentwicklung von Großanlagen durch das ursprüngliche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) überfördert wurde und zu Flächenkonkurrenz und Pachtpreisanstiegen geführt habe, räumte er ein. 

Laut Goldmann gibt es nach wie vor Anpassungsbedarf. So müssten Anreize für Anbaualternativen geschaffen werden, um zum Beispiel Kleegras und andere Energiepflanzen in den Energiemix zu integrieren. Auch die Resteverwertung von Gülle und biologischen Abfällen müsse stärker in den Fokus rücken. Nach der parlamentarischen Sommerpause sollen weitere Anpassungen besprochen werden. Dabei werde auch die Förderung von Biokraftstoffen neu bewertet werden müssen, kündigte Goldmann an. (sch)
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