Erstmals seit vier Jahren veröffentlicht das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) wieder einen Agrarbericht. Das Bundeskabinett will das Zahlen- und Faktenwerk rund um die Landwirtschaft morgen verabschieden. In dem Agrarbericht, der agrarzeitung.de vorliegt, greift das BMELV seinem Bemühen um eine nationale "Charta für Landwirtschaft" vor. Die wirtschaftlichen Interessen müssten mit den gesellschaftlichen Erwartungen und Anforderungen in Einklang gebracht werden, positioniert sich das BMELV. Die klassische Agrarpolitik wird laut dem Bericht zunehmend von einer Energie- und Ressourcenpolitik abgelöst. Am morgigen Mittwoch soll das Bundeskabinett den Bericht verabschieden. 

Im Agrarbericht enthalten sind auch die offiziellen wirtschaftlichen Kennzahlen. Danach ist die Nettowertschöpfung der deutschen Landwirtschaft im Jahr 2010 nach dem Einbruch 2009 wieder auf gut 13 Mrd. € gestiegen und nähert sich dem Hoch aus dem Boomjahr 2008 von 15 Mrd. € an. Die Nettowertschöpfung bezieht sich auf die Gesamtrechnung aus Produktionswert minus Vorleistungen, Abschreibungen, Subventionen und Abgaben. Die positive Entwicklung 2010 sei vor allem auf die Zunahme des Produktionswertes zurückzuführen, schreibt das BMELV.

Bis zum Jahr 2007 erschien der Agrarbericht jedes Jahr und galt als Gradmesser für die agrarpolitische Ausrichtung der Bundesregierung. Seit einem Bundestagsbeschluss von 2007 gibt es den Agrarbericht nur noch alle vier Jahre. 2011 erscheint er erstmals in diesem Turnus. (sta)
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