Agrarbranche sieht möglichen Streiks gelassen entgegen

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Angekündigten Streiks im Güterverkehr der Bahn blickt der Agrarsektor gelassen entgegen. Die Schiene hat im Vergleich zu Straße und Wasserweg eine relativ geringe Bedeutung. Transportmittel sind in Deutschland für die Mehrzahl der Mühlen Lkw und Binnenschiffe. Das bezieht sich sowohl auf die Anlieferung des Rohstoffs Getreide als auch auf den Vertrieb des Mehls, lautet die Einschätzung beim Verband Deutscher Mühlen (VDM) in Bonn. Ähnlich äußert sich der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) in Bonn. „Mögliche Streiks haben auf den reibungslosen Betrieb der Futtermischer so gut wie keinen Einfluss“, sagte ein DVT-Vertreter. Lkw und Binnenschiff seien die dominierenden Verkehrsträger. Dies gelte in der Regel auch für den Weitertransport von Importfuttermitteln aus den ARAG-Häfen.

„Streiks sehen wir entspannt entgegen“, bekräftigte eine Vertreterin des Mineralfutterherstellers Josera im unterfränkischen Kleinheubach. Zwar nutzt das Unternehmen seit Anfang 2007 wieder seinen vorhandenen Gleisanschluss. Allerdings beliefert eine private Logistikfirma Josera mit Rohwaren. Die BASF AG, Ludwigshafen, hat sich in den vergangenen Wochen auf drohende Bahnstreiks im Güterverkehr vorbereitet. „Vorkehrungen wurden insbesondere an den großen Standorten Ludwigshafen, Antwerpen und Schwarzheide getroffen“, sagt eine BASF-Sprecherin. So seien beispielsweise Transportaufträge vorgezogen und Lagerbestände aufgebaut worden. Eine Entscheidung über mögliche Streiks wird im Laufe des heutigen Tages erwartet. (Sz)

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