Agrarbranche von Bahnstreik bisher kaum betroffen


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Der aktuelle Streik der Bahn hat vor allem den Güterverkehr in Ostdeutschland nahezu lahmgelegt. Die meisten Zweige in der Agrarbranche sind bislang jedoch kaum betroffen, da die Lieferungen und Abtransporte überwiegend per Lkw erfolgen. „Es läuft für die Branche derzeit gar nichts über die Schiene“, hieß es beim Verband Deutscher Mühlen (VDM) in Bonn. Die Mehrzahl der Unternehmen sei vorerst auch mit Getreide versorgt. Auch im Mischfuttersektor sind die Auswirkungen nach Beschreibungen eines Branchenvertreters aus Brandenburg „fast null“. Denn nicht einmal 5 Prozent der Rohwaren für die Mischfutterwerke in den neuen Bundesländern würden mit der Bahn transportiert.

„Die Bahn spielt in der gesamten Logistik unseres Unternehmens zwar eine große Rolle“, bekräftigte der Vertreter eines Biodieselwerks in Sachsen-Anhalt. Allerdings seien dies in erster Linie private Dienstleister. Im Falle unbefristeter Arbeitsniederlegungen müsse die Situation jedoch gänzlich neu bewertet werden. Diese Einschätzung teilt auch der Sprecher eines Getreidehandelshauses im Rostocker Überseehafen. „Von den bisherigen Streikaktionen der Bahn sind wird jedoch – ganz im Gegensatz zu den Kollegen in der Containerabfertigung – so gut wie noch nicht betroffen“, ergänzt er. Die K+S GmbH in Kassel berichtet hingegen von einer sich zuspitzenden Situation an den Verladestationen in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Auf Grund des Bahnstreiks würden bereits beladene Ganzzüge mit Kalidünger nicht abgeholt. Dies gelte auch für Transporte mit Auftausalzen. Zudem gebe es keinen Nachschub an Leerwaggons. (Sz)

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