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Für die teilweise Rückverlagerung der europäischen Agrarförderung auf die jeweiligen Nationalsstaaten hat sich der ehemalige EU-Agrarkommissar Franz Fischler in einem Rundfunkinterview ausgesprochen. Nach einem Bericht des österreichischen Informationsdienstes AIZ habe sich Fischler für eine europaweit gleiche Vorgehensweise ausgesprochen. Statt der gegenwärtig gültigen 100-Prozent Förderung durch die EU sollte nach Fischlers Ansicht ein Teil der Finanzierung durch die jeweiligen Mitgliedsstaaten erfolgen. Den Begriff der "Renationalisierung" habe der ehemalige Agrarkommissar jedoch abgelehnt. Die Kommission habe er zur Entwicklung "neuer Ideen" aufgefordert, heißt es in dem Bericht. Als "nicht ideal" habe Fischler weitergehend die Zusammenarbeit zwischen Kommission und den Regierungen der Mitgliedsstaaten bezeichnet und an seine eigenen Vorschläge zur Subsidiarität erinnert. Danach müsse nachgewiesen werden, dass eine Initiative auf europäischer Ebene tatsächlich notwendig sei, weil das angestrebte Ziel nur durch die EU erreciht werden könne. "Dann würde die unsinnige Praxis aufhören, dass Mitgliedsstaaten angenehme Dinge selber machen und unangenehme Dinge nach Europa abschieben", wird Fischler zitiert. (ED)
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