Zur Sicherung der Welternährung sind steigende Erträge unverzichtbar. Die Agrarforschung hat Nachholbedarf.

Die weltweite Nachfrage nach Getreide wächst derzeit schneller als das Angebot. Dies sei Hauptgrund für die steigenden Preise, meint der Göttinger Agrarwissenschaftler Prof. Matin Quaim. Anlass zur Sorge sei, dass die Zuwachsraten in den Getreideerträgen seit Jahrzehnten rückläufig seien. Dies sei auch auf Versäumnisse in der Agrarforschung zurückzuführen, so Quaim heute auf  dem Ernährungssymposium der Heinz Lohmann Stiftung in Hamburg.

Lagen die Wachstumsraten des Getreideertrags in den 1960er und 1970er Jahren noch bei 2,5 bis 3 Prozent pro Jahr, so bewegen sie sich derzeit nur noch bei etwa 1 Prozent. Einen Grund dafür sieht Quaim in den seit Beginn der 1990er deutlich reduzierten Investitionen in die Agrarforschung. Vor allem in den Industrieländern liege die oberste Priorität in der Forschung nicht mehr auf der Ertragssteigerung. Er sehe jedoch Anzeichen, dass die Steigerung der Produktivität  zukünftig wieder einen höheren Stellenwert einnehmen werde. (jst)
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