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Investitionen in die Agrarforschung dürfen auch im Eindruck der Krise nicht vernachlässigt werden, wenn die weltweite Bekämpfung des Hungers gelingen soll. Joachim von Braun, Generaldirektor des Instituts für internationale Nahrungsmittelpolitik (IFPRI), kritisiert die Stagnation in der landwirtschaftlichen Produktivität in den vergangenen Jahren und führt sie auf unzureichende Investitionen in die Agrarforschung zurück. Braun beruft sich dabei auf eine IFPRI-Studie, die zeigt, dass eine Verdoppelung der öffentlichen Agrarforschung von 5 auf 10 Mrd. US-$ bis 2013 weltweit eine signifikante Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität brächte. Würden die Investitionen in die ärmsten Regionen der Welt fließen, könnte dort die Produktivität jährlich um 1,1 Prozentpunkte steigen und bis zum Jahr 2020 mehr als 282 Millionen Menschen aus der Armut holen.

Braun fürchtet, dass angesichts der Finanzkrise und mit Blick auf die gesunkenen Nahrungsmittelpreise die anhaltend hohe Zahl der unterernährten Menschen weltweit in Vergessenheit geraten könnte. Eine erneute Spekulation mit Nahrungsmitteln dürfe es nicht geben, meint er. Dafür soll eine Marktaufsicht in den Exportländern sorgen. (brs)

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