Halbjahresbilanz

Agrargeschäft belastet Bayer

Der Bayer-Konzern hat im 2. Quartal 2017 die selbst gesteckten Ziele verfehlt. Der Umsatz konnte um 3 Prozent auf 12,2. Mrd. € gesteigert werden. Das Ebitda liegt mit 3,1 Mrd. € auf Vorjahresniveau. „Bei Crop Science mussten wir im Zusammenhang mit hohen Warenbeständen in Brasilien, dem zweitgrößten Agrarmarkt der Welt, deutliche Umsatz- und Ergebniseinbußen hinnehmen", begründete Vorstandsvorsitzender Werner Baumann die schwache Performance. Ergebnis- und Margenzuwächse seien dagegen bei Pharmaceuticals und Animal Health erzielt worden. Rückläufig war dagegen das Geschäft bei Consumer Health. Insgesamt verringerten sich im Kerngeschäft Life-Science der Umsatz um 2,8 Prozent auf 8,7 Mrd. € und der bereinigte Unternehmensgewinn um knapp 9 Prozent auf 2,2 Mrd. €.

Bisheriges Umsatzziel wird nicht erreicht

Das schwache 1. Halbjahr zwingt Bayer die Prognose für das laufende Geschäftsjahr anzupassen. Der Umsatz des Konzerns soll nun 49 Mrd. € um 2 Mrd. € geringer ausfallen. Für das Ebitda vor Sondereinflüssen wird nun ein Plus im oberen einstelligen Prozentbereich (bisher im unteren Zehner-Prozentbereich) erwartet.

Große Einbußen im Pflanzenschutzgeschäft

Im Pflanzenschutz (Crop Protection) war der Umsatz aller Produktgruppen rückläufig, insbesondere bei  Fungiziden (40,2 Prozent) und Insektiziden (16,9 Prozent). Bei SeedGrowth (Saatgutbehandlungsmittel) lag der Umsatz um 6,3 Prozent unter Vorjahr und bei Herbiziden um 6,0 Prozent. Im Bereich Seeds (Saatgut und Pflanzeneigenschaften) legte der Umsatz hingegen um 4,6 Prozent zu. Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Crop Science verringerte sich um 52,2 Prozent auf 317 (663) Mio. €.

In Brasilien verzeichnete Bayer eine deutliche Ergebnisbelastung von insgesamt 355 Mio. €. Ohne die Berücksichtigung des Geschäfts in Brasilien lag das Ergebnis leicht über dem Vorjahresquartal. Der Konzern hat keine Hoffnung im 2. Halbjahr das negative Ergebnis der ersten beiden Quartale ausgleichen zu können. In der Sparte Crop Science wird für 2017 nun mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich auf unter 10 Mrd. € gerechnet. Bisher war ein Zuwachs in dieser Größenordnung angestrebt worden. Beim Ebitda erwartet Bayer einen Einbruch im mittleren Zehner-Prozentbereich, statt eines Ergebnisses auf Vorjahresniveau.

Kunststoff-Tochter sorgt für Entlastung

Die Konzernbilanz wäre ohne das gute Ergebnis von Covestro deutlich schlechter ausgefallen. In die aus dem Kerngeschäft ausgegliederte, auf die Kunststoffproduktion spezialisierte Tochter steigerte ihren bereinigten Umsatz um 15,8 Prozent auf 3,5 Mrd. € und das Ebitda um 49 Prozent auf 809 Mio. €. (SB)
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