--

China ist ein gigantisches Land. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beläuft sich auf rund 519 Mio. ha. Das ist 30-mal so viel Fläche wie Deutschland zur Verfügung steht, global gesehen jedoch nur 9 Prozent der Ackerfläche der Welt – und davon müssen gut 19 Prozent der Weltbevölkerung versorgt werden. Für den Ackerbau werden von der Gesamtfläche in der Volksrepublik lediglich 112 Mio. ha genutzt. Die Reisproduktion nimmt dabei den größten Stellenwert ein. China ist mit 144 Mio. t Reis der weltweit größte Produzent.

--
Die Landwirtschaft selbst ist sehr heterogen aufgestellt. Es gibt eine Vielzahl an kleinen Betrieben. Schätzungen zufolge bestellen etwa 200 Millionen Hofwirtschaften jeweils eine Fläche von im Schnitt 1 ha. Hinzu kommen 880.000 Familienbetriebe, die durchschnittlich 18 ha bewirtschaften. Auf diese Betriebe entfallen rund 16 Mio. ha Ackerland. Größere Betriebe sind meist in staatlicher Hand. Ihre Zahl wird auf 1.800 geschätzt. Sie bewirtschaften etwa 6 Mio. ha.

Nach wie vor arbeiten viele Menschen in China in der Landwirtschaft, doch ihr Einkommen ist im Vergleich zu dem Einkünften der Stadtbevölkerung deutlich geringer. In der Folge ziehen immer mehr Menschen in die Städte. In den vergangenen zehn Jahren sind Schätzungen zufolge rund 900.000 Dörfer nahezu verschwunden. Dadurch fallen auch immer mehr landwirtschaftliche Flächen aus der Produktion und der Mangel an Facharbeitern nimmt zu. Darüber hinaus fehlt es in manchen Regionen an moderner Landtechnik und Betriebsmitteln. Auch der Zugang zu Finanzmitteln ist für die Landwirte schwierig. Ferner haben die Erzeuger aber auch mit häufigen Naturkatastrophen wie Dürre und Überflutungen zu kämpfen, die zu Ernteverlusten führen.

Hauptexportprodukte

--
Chinas Regierung versucht in ihren Fünfjahresplänen, diesen Defiziten Rechnung zu tragen. So hat sie sich im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 zum Ziel gesetzt, die Mechanisierung in der Landwirtschaft auf 60 Prozent zu steigern. Im Jahr 2010 soll der Mechanisierungsgrad nach Regierungsangaben bei 52 Prozent gelegen haben. Um die Finanzierung zu erleichtern, hat die chinesische Volksbank 2014 das Business-Darlehen für Landwirte eingeführt. Auch sollen biotechnologische Innovationen gefördert werden. Ferner ist geplant, die Anzahl der landwirtschaftlichen Haushalte zu reduzieren und stattdessen größere Betriebe aufzubauen, um so eine höhere Produktivität zu erreichen.

Durch moderne Bewässerungssysteme sollen die Nutzung von Wasser effizienter und rund 2,7 Mio. ha als Ackerfläche nutzbar gemacht werden. Darüber hinaus wächst die Bevölkerung stetig und die Nachfrage vor allem nach Fleisch und veredelten Produkten steigt. So hat China zum Beispiel seine Schweinefleischproduktion in den vergangenen zehn Jahren von gut 40 auf 50 Mio. t gesteigert. Damit ist die Abhängigkeit von Importen an Sojabohnen deutlich gestiegen. (AW)


Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
stats