Louis Dreyfus

Agrarhändler will wachsen


Die Louis Dreyfus Commodities (LDC) B.V., Rotterdam, hat nach Aussage ihres Vorstandschefs Serge Schoen in den kommenden fünf Jahren 5 Mrd. US-$ zur Verfügung, um die Ausdehnung des Konzerns zu finanzieren. Im vergangenen Jahr hat der internationale Agrarrohstoffhändler bereits den US-Zuckerkonzern Imperial Sugar Company sowie den internationalen Milchhändler Ecoval übernommen. Insgesamt beziffert Schoen die Kapitalausgaben 2012 auf 700 Mio. US-$. An der Börse in Singapur hat LDC im September 2012 erfolgreich Anleihen über 350 Mio. US-$ platziert.

Bestes Ergebnis der Geschichte

LDC weist für 2012 das „beste Ergebnis in der Geschichte der Gruppe“ aus, so der Vorstandsvorsitzende. Bei einem Umsatz von 57 Mrd. US-$ sei ein Nettogewinn von 1,1 Mrd. US-$ erwirtschaftet worden. Während der Umsatz geringfügig unter dem Vorjahr lag, ist der Gewinn nach Unternehmensangaben um 25 Prozent gestiegen. Nicht berücksichtigt in den Gewinnzahlen ist Biosev. Unter dieser Firmierung hat die Louis-Dreyfus-Gruppe die Zuckerrohraktivitäten in Brasilien zusammengefasst. Sie hatten 2012 einen Verlust von 93 Mio. US-$ verbucht. Für 2013 ist die Gruppe jedoch zuversichtlich, mit Zuckerrohr wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Auch in Biosev soll künftig kräftig investiert werden.

Traditionsreiches Familienimperium

LDC gehört zur Louis-Dreyfus-Gruppe in Paris, die seit mehr als 160 Jahren von Mitgliedern der Familie geführt wird. Schwerpunkt ist das Agrargeschäft. Nach eigenen Angaben hat LDC im Jahr 2012 mehr als 70 Mio. t Agrargüter umgeschlagen und zum Teil verarbeitet. Dazu gehören Getreide, Ölsaaten und Zucker sowie Kaffee, Zitrus und Baumwolle. Seinen Anteil an den globalen Handelsströmen schätzt der LDC-Vorstand auf 9 Prozent. In Deutschland ist das Unternehmen seit 2009 mit der Übernahme der Ölmühle und der Biodieselaktivitäten in Lutherstadt Wittenberg vertreten. (db)
stats