Agrarhandel war nicht Grund des Scheiterns in Seattle

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Entgegen mancher vorheriger Erwartung habe nicht das Thema Agrarhandel die WTO-Ministerkonferenz zum Scheitern gebracht. Im Gegenteil: Hier sei man sich trotz der unterschiedlichen Interessen relativ weit entgegen gekommen, resümierte am Montag in Brüssel Agrarkommissar Franz Fischler. Am Schluss habe in Seattle für den Agrarpart ein Text vorgelegen, dem die EU wahrscheinlich zugestimmt hätte, wenn man nicht an den Kontroversen in vielen anderen Bereichen gescheitert wäre. Strittig war lange Zeit vor allem das von den USA und der Cairns-Gruppe gewünschte Ziel, am Ende der kommenden WTO-Runde Ausfuhrerstattungen im Agrarhandel vollständig abzuschaffen. Die EU konnte die Formulierung abmildern, weshalb im letzten Teil dann nur noch von einer schrittweisen "Eleminierung" die Rede war. Außerdem wurden neben den Ausfuhrerstattungen auch Exportkredite und staatliche Vermarktungseinrichtungen hinzu genommen.(Mö)
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