Vorstand Ottmar Lotz vor Agrarius-Feldern in Rumänien.
-- , Foto: Agrarius
Vorstand Ottmar Lotz vor Agrarius-Feldern in Rumänien.

Nach Informationen von agrarzeitung.de will die Agrarius AG im kommenden Jahr mit dem Vertrieb über das Internet loslegen. Es ist sowohl der Verkauf an Endverbraucher als auch an Händler angedacht. „Wir möchten unser Geschäftsmodell und die Art der erzeugten Rohstoffe weiter diversifizieren“, sagt Vorstand Ottmar Lotz im Interview der agrarzeitung (az) dazu. In Rumänien lasse sich trotz der vielen zerplitterten Flurtücke viel kostengünstiger wirtschaften als in Deutschland.

Prognose hoch - Kurs runter
Neben dem Management arbeiten rund 30 Mitarbeiter für das im Entry Standard der Deutschen Börse notierte Unternehmen, das 2016 beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erstmals die Millionenmarke knacken will. Gerade hat der Vorstand die Prognose erhöht, weil die Ernte von Körnermais und Raps besser ausfiel als gedacht. 2015 hatte Agrarius hingegen noch Verluste geschrieben. Trotz der guten Vorgaben ist der Aktienkurs zuletzt um 15 Prozent auf 4,75 Euro eingebrochen. Grund: Agrarius will eine Wandelanleihe begeben, um zinsgünstig an frische Mittel zu kommen. (sp)
Damit schlägt die in Bad Homburg in der Nähe von Frankfurt a. M. ansässige Agrarius mit diesem Geschäftsmodell einen ähnlichen Weg ein wie die mittlerweile insolvente und zerschlagene KTG Agrar. Auch KTG wuchs vom reinen landwirtschaftlichen Produktionsunternehmen zu einem Betrieb mit eigener Verarbeitung und eigenem Vertrieb. „Wir agieren lediglich in der gleichen Branche. Das war’s dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten“, stellt Lotz klar.

Geschäftsmodell ähnelt KTG Agrar

Agrarius, die Agrarrohstoffe wie Mais, Raps, Weizen und Sonnenblumen sowie Soja und Kürbis ausschließlich in Rumänien anbaut, ist im Vergleich zu KTG Agrar zwar viel kleiner. Trotzdem will sie sich nun erstmals auch über eine Anleihe am Kapitalmarkt Geld besorgen – ausgerechnet mit dem Instrument, das KTG eine Bruchlandung beschert hat, weil der Konzern fällig gewordene Zinsen nicht zahlen konnte. „Wir expandieren nur, wenn es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist und setzen auf profitables Wachstum. Die KTG dagegen verfolgte ein fast ausschließlich schuldenbasiertes Wachstum unter fragwürdigen Umständen. Wir bei Agrarius wachsen bestimmt nicht nur um des Wachstums Willen“, erklärt Lotz. (sp)
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