Wandelanleihe
Mit der Wandelanleihe sammelt Agrarius zunächst Fremdkapital ein, gibt den zeichnenden Anlegern aber das Recht, ihr Fremdkapital nach sechs Monaten in Aktien - also Eigenkapital - zu umzuwandeln. Allerdings sichert sich Agrarius unter bestimmten Voraussetzungen auch das Recht, selbst den Tausch herbeizuführen: Wenn der Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie an 14 aufeinanderfolgenden Börsentagen größer oder gleich 7 € beträgt, darf die Gesellschaft das Fremdkapital in Eigenkapital wandeln. Gläubiger werden dann zum Aktionär. (sp)
Die im Bad Homburg in der Nähe von Frankfurt a. M. ansässige Agrarius AG will für das gesamte Geschäftsjahr 2016 beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebitda) erstmals die Millionenmarke knacken. Weil die Ernte 2016 in West-Rumänien - dort bewirtschaftet das Unternehmen rund 5.000 ha Fläche - besser gelaufen ist als erwartet, hob Vorstand Ottmar Lotz die Prognose am Montag an.

"Das Erntejahr hat unsere Erwartungen beim Ernteertrag um 17 Prozent und beim Flächenumsatz je Hektar um 13 Prozent übertroffen", sagte Lotz. Grund sei die im Vergleich zu den Vorjahren verbesserte standortgerechte Bewirtschaftung, erklärte Lotz. "Trotz der im laufenden Jahr rückläufigen Agrar-Rohstoffpreise werden wir das Geschäftsjahr 2016 mit einem Ebitda im siebenstelligen Euro-Bereich (...) abschließen", stellt der Vorstand in Aussicht. Damit würde die im Entry Standard der Deutschen Börse notierte Agrarius das Ergebnis mehr als verdoppeln.

Aktonäre verstimmt

Gleichzeitig will Agrarius am Kapitalmarkt knapp eine halbe Million Euro einsammeln, um Schulden zurückzuführen und das operative Geschäft zu finanzieren. Dafür soll eine Wandelanleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinskupon von 2,5 Prozent p.a. begeben werden. Die Anteilseigner waren darüber verstimmt: Die Aktie gab am frühen Nachmittag um mehr als 7 Prozent auf 5,20 € nach. (sp)
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