Große staatlich unterstützte Agrarprojekte mit privaten Unternehmen, sogenannte Public-Private-Partnerships (PPP), sollen in Afrika Armut und Hunger beseitigen. Die Hilfsorganisation Oxfam hat jetzt deren Wirksamkeit untersucht. Die Studie „Hohes Risiko - Moral Hazard“ zeigt, dass diese „riskant und weitgehend nutzlos für die Armutsbekämpfung sind“.

David Hachfeld, Wirtschaftsexperte bei Oxfam, fasst die Ergebnisse so zusammen: „Es profitieren die Privilegierten und Mächtigen, während ärmere Bevölkerungsgruppen an den Rand gedrängt werden, vor allem Frauen“.

Gründe hierfür sind unter anderem Konflikte um Land und Wasser, steigende Preise auf lokalen Märkten, Umweltschäden und mangelnde Partizipation, heißt es.

Bei westlichen Regierungen sei die Begeisterung für Mega-PPPs dennoch groß. Die „Neuen Allianz für Ernährungssicherung“, einer von den G8-Staaten gegründete PPP, stellten den zehn beteiligten afrikanischen Staaten für die kommenden Jahre rund 6 Mrd. US-$ Entwicklungshilfe in Aussicht.

Auch die Bundesregierung habe im Rahmen der neuen Allianz rund 400 Mio. US-$ Entwicklungshilfe für ländliche Entwicklung und Landwirtschaft zugesagt. Und für die German Food Partnership (GFP), an der Agrarkonzerne wie Bayer und BASF beteiligt sind, stehen 20 Mio. € bereit.

Oxfam glaubt diese Art der Entwicklungshilfe sei ein Irrweg. „Wir fordern Bundesentwicklungsminister Müller auf, stattdessen die nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft zu stärken und gemeinsam mit Kleinbauernorganisationen Projekte zu entwickeln, die überwiegend die Ernährung der einheimischen Bevölkerung sichern“, erklärt Hachfeld.

Die Untersuchung von Oxfam basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche, Experteninterviews und drei Fallstudien aus Burkina Faso, Malawi und Tansania.(az)
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