Agrarland in Polen wird teurer

1

Agrarland gewinnt in Polen schnell an Wert. Die Verkaufspreise steigen in der Umgebung von Städten ebenso wie für gutes Ackerland und für größere Flurstücke, berichtet die polnische Tageszeitung Rzeczpospolita in ihrer heutigen Ausgabe. Sie bezieht sich auf die Statistik der Warschauer Agentur ANR, die ähnlich wie die deutsche BVVG für die Verkäufe ehemaliger staatlicher Flächen zuständig ist. Die ANR weist für das 2. Quartal 2005 einen Durchschnittspreis für Agrarland von 5.201 Zloty/ha aus. Das sind umgerechnet etwa 1.300 €/ha. Die niedrigsten Preise von weniger als 4.000 Zloty/ha werden auf den schlechteren Böden in den abgelegenen östlichen Landesteilen gezahlt. Am teuersten ist Agrarland in der Umgebung von Krakau, was auf die Nähe zur Stadt, aber auch auf den hohen Anteil von Obstbau in der Region zurückzuführen sein dürfte. Auf den traditionellen Ackerbaustandorten Großpolens, Schlesiens und im Oppelner Land verkaufte die ANR im 2. Quartal 2005 Agrarland zu Preisen in einer Größenordnung von 8.000 Zloty/ha.

Landesweit kostete Agrarland im 2. Quartal 2005 durchschnittlich 4 Prozent mehr als im 1. Quartal 2005. Der Effekt des EU-Beitritts zeigt sich beim Vergleich der Bodenpreise zwischen dem 1. Quartal 2004 und dem 1. Quartal 2005. In diesen zwölf Monaten sind die Preise um 26 Prozent gestiegen. In Zukunft wird polnisches Agrarland weiter an Wert gewinnen, meint die Rzeczpospolita. Denn der Boden ist in Polen noch billig im Vergleich zu den Ländern der EU-15, wo im Durchschnitt das 6-fache bezahlt wird. Zum Vergleich die Preise in Deutschland: Nach Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes lag der Kaufpreis 2004 in den neuen Bundesländern bei durchschnittlich 3.830 € und in den alten Bundesländern bei 16.490 €. (db)

stats