Die Agrarwirtschaft muss sich mit kritischen Verbrauchern auseinandersetzen. Der Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV), Robert Kloos, forderte auf den Agrarmarketingtagen in Berlin, mehr auf den Verbraucher einzugehen. „Wirtschaft und Politik kommen nicht umhin, die Fragen der Verbraucher aufzugreifen", sagte Kloos heute zu Beginn der Agrarmarketingtage in Berlin. Vor allem der Wunsch vieler Verbraucher zu mehr Transparenz in der Produktionskette müsse ernst genommen werden, so Kloos. Insbesondere in der Tierproduktion sei noch viel Erklärungsbedarf nötig. Kloos nannte das steigende Interesse der Verbraucher an der Lebensmittelproduktion auch eine „Chance", welche gerade in der regionalen Vermarktung genutzt werden könne. Er verteidigte das vom BMELV geplante Verbraucherportal, auf dem Irrtümer und Täuschungen in der Lebensmittelproduktion diskutiert werden sollen. Es handle sich nicht um einen Pranger sondern um eine Informationsplattform.

Zu einer neuen Verbraucherkommunikation rief auch Achim Spiller, Professor für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte bei den Agrarmarketingtagen auf. „Es ist eine Frage des Vertrauens nicht des Wissens"; sagte Spiller. Die Agrarbranche sei noch immer zu sehr in der Rolle des „Getriebenen" verhaftet. Die Unternehmen müssten sich in ihren Marketingstrategien mehr für den Verbraucher öffnen, um sein Vertrauen zu erhalten. Mögliche Lösungen dafür werden heute und morgen auf den Agrarmarketingtagen, deren Mitausrichter die agrarzeitung (az) ist, diskutiert. (sta)
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